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Nahostkonflikt bremst Reiselust im Emmental

Der Krieg im Nahen Osten bringt die Ferienplanung vieler Menschen durcheinander und das spüren auch Reisebüros im Emmental deutlich. Während einige Reisende ihre bereits gebuchten Ferien umbuchen oder absagen, zögern andere, überhaupt neue Reisen zu planen.

Zu Beginn des Konflikts stand vor allem die Organisation im Vordergrund: Gesperrte Lufträume führten dazu, dass Reisende ihre Routen kurzfristig ändern mussten oder verspätet nach Hause zurückkehrten. Reisebüros waren gefordert, schnell Lösungen zu finden und ihre Kundinnen und Kunden intensiv zu betreuen.

Auch regional zeigen sich diese Auswirkungen klar. Natalie Dové von Nussbaumer Reisen in Burgdorf erklärt: «Wir merken seit Anfang März eine gewisse Unsicherheit.» Viele Kundinnen und Kunden seien verunsichert und stellten sich grundlegende Fragen zur Sicherheit ihrer Reiseziele. «Sehr viele überlegen sich, wo man noch reisen kann und wo keine Gefahren sind. Es fallen auch viele Fragen zu Stornierungsmöglichkeiten, falls sich die Situation zuspitzen würde.»

Neben der Unsicherheit zeigt sich auch konkret, wie stark der Konflikt den Reisealltag beeinflusst. Andreas Gerber von Langnau Travel berichtet von Kundinnen und Kunden, die direkt betroffen waren: «Wir hatten Kunden, die ihre Rückreise von Asien aus nicht mehr über die Arabischen Emirate machen konnten.» Gleichzeitig hätten einige ihre Ferien kurzfristig vorziehen wollen. «Dazu spüren wir seit dem Nahostkonflikt auch eine Flaute bei den Anfragen von Reisebuchungen.» Diese Zurückhaltung ist in der ganzen Branche spürbar. Viele Menschen befinden sich aktuell in einer Art Abwartehaltung. Statt neue Ferien zu buchen, beobachten sie zuerst die Entwicklung der Lage. Besonders Fernreisen oder Verbindungen über den Nahen Osten sind davon betroffen.

Trotz dieser schwierigen Situation versuchen die Reisebüros, ruhig zu bleiben und Lösungen zu finden. André Lüthi, Verwaltungsratspräsident der Globetrotter Group, ordnet die Lage ein: «Wir haben einen Mehraufwand, wenn mehr Unsicherheit da ist. Wir dürfen aber keine Krise daraus machen, denn es ist unser Job, diese Situation zu handlen.» Für die Reisebranche bedeutet das eine anspruchsvolle Phase. Kurzfristig sorgen Unsicherheit und weniger Buchungen für Druck. Gleichzeitig geht es darum, Vertrauen zu schaffen und den Kundinnen und Kunden Alternativen aufzuzeigen.

Ob und wann sich die Situation wieder normalisiert, hängt stark von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Klar ist aber schon jetzt: Die aktuelle Lage hat das Reiseverhalten vieler Menschen verändert,  auch im Emmental.

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