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| Bildung | Gesellschaft

Lehrerin Monika Zimmermann bringt ein Stück Schweden ins Emmental

Zwei Monate lang hat die Langnauer Lehrerin Monika Zimmermann ihren Schulalltag im Emmental gegen eine Schule im schwedischen Malmö getauscht. Mit dem Austauschprogramm "Job Shadowing" des Bundes wollte sie neue Perspektiven gewinnen – und hat dabei nicht nur das schwedische Schulsystem kennengelernt.

Arni und Landiswil im Emmental und die schwedische Grossstadt Malmö könnten unterschiedlicher kaum sein. Hier ländliche Gemeinden mit Bauernhäusern und grünen Hügeln, dort eine Stadt mit rund 360'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Eine Gemeinsamkeit gibt es trotzdem: Beide Orte haben Schulen. Genau diese Verbindung führte Monika Zimmermann für zwei Monate nach Schweden.
Die Langnauerin unterrichtet normalerweise in Arni und Landiswil. Im Rahmen des Austauschprogramms "Job Shadowing" des Bundes tauschte sie ihr Klassenzimmer im Emmental gegen eine Schule in Malmö. Seit Mitte Juli ist sie wieder zurück – zumindest körperlich. "Ich sage immer, der Kopf ist glaube ich noch dort und der Körper ist da", sagt Zimmermann im Gespräch mit neo1.

Während ihres Aufenthalts tauchte die Lehrerin vollständig in den schwedischen Alltag ein. Sie besuchte Konzerte und Theater, las schwedische Zeitungen und lernte die Sprache weiter. Heimweh habe sie dabei nie gehabt. "Ich hatte keine Minute Heimweh, weil ich dort so fest eingetaucht bin, dass ich gar nicht viele Sachen von der Schweiz mitbekommen habe", erzählt sie.

Der Grund für den Austausch war für Zimmermann klar: Nach vielen Jahren im Lehrerberuf wollte sie nochmals etwas Neues erleben und den eigenen Schulalltag aus einer anderen Perspektive betrachten. "Genau darum habe ich es gemacht – um mal über das Gartenhägli zu schauen", sagt sie. Besonders spannend war der Vergleich der beiden Schulsysteme. Vor allem die Vorschule in Schweden überraschte sie. Diese sei deutlich anders organisiert als der Schweizer Kindergarten. Die Kinder verbringen dort den ganzen Tag in der Schule und werden nicht nur betreut, sondern auch unterrichtet. "Bei der Vorschule habe ich mir vorgestellt, dass es wie der Kindergarten bei uns ist. Aber das war ganz anders – da bist du vom Morgen bis am Abend einfach voll dran und die Kinder sind immer da", sagt Zimmermann. Diese intensive Betreuung sei für sie auch eine Herausforderung gewesen. Vor allem die fehlende längere Mittagspause, wie sie in der Schweiz üblich ist, habe ihr gefehlt. "Da bin ich zeitweise wirklich wie auf dem Zahnfleisch gelaufen.", erzählt sie.

Trotzdem sieht Zimmermann auch Vorteile im schwedischen Modell. Die Kinder bleiben von klein auf im gleichen Umfeld und verbringen viel Zeit gemeinsam. Für sie als Lehrperson wäre dieses System aber schwierig. Später besuchte sie auch noch den Unterricht an einer normalen Schule. Dort seien die Unterschiede zur Schweiz bereits deutlich kleiner gewesen.

Mit nach Hause nimmt die Lehrerin viele neue Eindrücke – und auch eine stärkere Verbindung zu Schweden. "Ich bin jetzt auch dort ein bisschen daheim", sagt Monika Zimmermann.

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