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Lebenshöfe im Emmental

Am Wochenende vom 6. und 7. September sind die Schweizer Hoftage der Stiftung ProTier. Lebenshöfe aus der ganzen Schweiz öffnen ihre Türen. Auch die drei Lebenshöfe im Emmental.

Ein Lebenshof ist ein Ort, an dem Tiere leben, ohne dass sie genutzt werden. Die Kühe werden weder geschlachtet noch gemolken und Hühner müssen nicht jeden Tag ein Ei legen. Im Emmental gibt es drei solche Lebenshöfe. Alle haben sie mal konventionelle Landwirtschaft betrieben, zu der das Schlachten von Tieren dazugehört. «Ich hatte so einen Bezug zu den Kälbern. Dann musste ich die zum Metzger bringen. Mit der Zeit ging das nicht mehr, ich konnte nicht mehr schlafen» erzählt Pia Buob, die den Lebenshof «Einfach Sein» in Heimisbach betreibt. Auch bei den anderen war es so. Es sei schon immer ein ungutes Gefühl da gewesen, dass die eigenen Tiere geschlachtet werden, erzählt Selina Blaser vom Lebenshof «KuhErde» in Bowil: «Irgendwann habe ich es nicht mehr ertragen und suchte eine Alternative.» Diese fand sie im Konzept Lebenshof.

So geht es finanziell auf

Auf einem Lebenshof können Tiere leben ohne einen Nutzen zu bringen. Dadurch gibt es für die Landwirtinnen und Landwirte allerdings auch kein Einkommen durch Fleisch, Eier oder Milch. Damit der Betrieb trotzdem weiter bestehen kann, Futter, Tierarztbesuche und die Pflege der Tiere bezahlt werden können, gibt es Patenschaften. «Das was die Leute früher für ein totes Tier bezahlt haben, für das Fleisch, zahlen sie heute bei uns, damit ein Tier leben kann», so Selina Blaser. Der Lebenshof «Einfach Sein» in Heimisbach allerdings fährt ein einzigartiges Konzept. Auf dem Hof gibt es drei Betreuungsplätze die von der IV finanziert werden. «Von den Plätzen leben wir. Ich bin ausgebildete Pflegefachfrau Psychiatrie und in der Psychiatrie habe ich gesehen, dass es vielen Leuten gut tut zu arbeiten und zu Tieren zu schauen. Das ist in meinen Augen das beste Therapiekonzept», erzählt Pia Buob.

Interesse ist konstant

Ein Lebenshof ohne solche Betreuungsplätze ist auf Patenschaften und Spenden angewiesen. «Es ist immer ein Auf und Ab. Es gibt es immer wieder, dass Menschen ihre Patenschaften kündigen müssen. Es gibt aber auch immer wieder neue Leute, die unser Konzept unterstützen wollen. Und wir haben auch Menschen dabei, die uns seit Anfang an unterstützen und mit denen wir immer wieder sehr schöne Begegnungen haben», erzählt Carolin Schwarz vom Bruffhof in Obergoldbach. Es sei aber schön zu sehen, dass es nicht nur ein kurzer Hype oder ein Trend war, sondern sie seit drei Jahren ihren Lebenshof führen können.

Die Schweizer Hoftage von ProTier

Am 6. und 7. September öffnen schweizweit 18 Lebens- und Gnadenhöfe ihre Türen. Darunter sind mit den Lebenshöfen Bruffhof, Einfach Sein und KuhErde auch drei Höfe aus dem Emmental. Während Hofführungen, individuellen Rundgängen und Vorträgen erfahren interessierte Besucher:innen mehr über die Höfe. Mehr Infos und eine Übersicht aller teilnehmenden Höfe gibt es hier.

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