Hier an der Hinterdorfstrasse soll der Neubau zu stehen kommen. (Bild: neo1/Jonas Wüthrich)
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Langnauer Feuerwehrmagazin sorgt für Diskussionen
"Schlecht geplant und zu teuer", sagt die Gegnerschaft. "Optimale Zukunftslösung", heisst es von den Befürwortenden. Die Abstimmung rund um den geplanten Feuerwehrmagazin-Neubau sorgt in Langnau für Diskussionen. Die Stimmbevölkerung entscheidet am 18. Mai.
Seit drei Jahren ist die Feuerwehr Langnau provisorisch in einer Halle auf dem Zeughausareal eingemietet. Das alte Feuerwehrmagazin an der Hinterdorfstrasse war in einem schlechten Zustand. Der Gemeinderat liess es zurückbauen und plant nun dort einen Neubau. Kostenpunkt: 8,3 Millionen Franken.
Gegen den geplanten Neubau kam Widerstand auf. Das "Komitee für ein vernünftiges Feuerwehrmagazin" plädiert für ein Nein an der Urne. Hinter dem Komitee steckt die GLP, die Verantwortlichen sprechen jedoch von einem überparteilichen Komitee. Für ein Ja weibelt das "Pro-Komitee Neubau Feuerwehrmagazin Langnau". Dieses wird laut Webseite unterstützt von SVP, FDP, Die Mitte, EVP und SP.
Streitpunkt Kosten
Das Gegenkomitee stört sich vor allem an den Kosten. 8,3 Millionen Franken für ein Feuerwehrmagazin sind zu viel, argumentiert Till Brand (GLP) vom Gegenkomitee. "Vor zwei Jahren sprach der Gemeinderat noch von sechs Millionen Franken. Jetzt sind es deutlich mehr. Dabei zeigen Beispiele wie Utzenstorf, dass es günstiger geht."
Das Pro-Komitee stützt sich auf die Argumentation des Gemeinderats, wonach bei der ursprünglichen Kostenschätzung einige Punkte nicht enthalten waren. "Namentlich sind das die Innenausstattung, die Teuerung sowie eine Reserve", so Michael Reber (SVP) vom Pro-Komitee.
Streitpunkt Standort
Ein weiterer Streitpunkt ist der Standort an der Hinterdorfstrasse. Alternativen wie eine langfristige Lösung am bestehenden Standort seien nie ernsthaft geprüft worden, bemängelt das Gegenkomitee. "Der heutige Standort beim Zeughausareal funktioniert und käme die Gemeinde deutlich günstiger", so Till Brand. Die Eigentümerin des Areals zeige sich offen für eine langfristige Mietlösung. Als weitere Alternative nennt das Gegenkomitee einen Neubau auf der gemeindeeigenen Zeughausmatte.
Für das Pro-Komitee hingegen ist der Standort Hinterdorfstrasse sorgfältig gewählt. In einer Machbarkeitsstudie seien mehrere Standorte im Raum Langnau geprüft worden, darunter Varianten auf dem Zeughausareal. "Der Entscheid fiel auf den Standort Hinterdorf, weil er unter anderem langfristig gesichert ist", schreibt das Pro-Komitee. Eine Mietlösung sei keine Option, "da es sich mit dem Feuerwehrmagazin um eine für die Gemeinde essenzielle Infrastruktur handelt".
Das sagt der Gemeinderat
Gemeindepräsident Walter Sutter weist die Vorwürfe des Gegenkomitees zurück. "Es war ein ganz normaler Planungsvorgang, welcher korrekt ablief", so Sutter. Auch er gibt zu, dass die Kosten mit 8,3 Millionen Franken hoch sind. "Aber wir bauen ein Feuerwehrmagazin und keinen Wagenschopf."
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