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Kunst auf dem Burgdorfer Friedhof: neue Installation aus Wolle
Aus dem Nachlass der Grossmutter wird Kunst. Zwei Burgdorfer Künstlerinnen verknüpfen Wollresten zu Teppichen und schaffen so eine Installation in der alten Aufbahrungshalle auf dem Friedhof Burgdorf. Es ist bereits das zweite Kunstprojekt, welches dort realisiert wird.
«Le Tapis – Der Nachlass» heisst die Installation der beiden Künstlerinnen Sofie Hänni und Mara Schenk. Die Arbeit basiert auf dem grossen Nachlass an Wolle von Sofie Hännis Grossmutter und verbindet gelebte Erinnerung mit zeitgenössischer Kunstpraxis. Auf einer Fläche von rund 15 Quadratmetern, in der ehemaligen Aufbahrungshalle, entfaltet sich ein Teppich, der sich fliessend durch den Raum bewegt, sich an Wände schmiegt, sich ausbreitet und die Struktur des Pavillons aufgreift. Die Künstlerinnen verwenden für ihre Installation Wolle, die über Jahrzehnte gesammelt wurde. So verweben sie persönliche Geschichte und Erinnerungen zu einem neuen, erlebbaren Ganzen. Die verwendete Wolle stammt aus dem Nachlass der Grossmutter von Sofie Hänni, die ihr Leben lang strickte. Einzelne Wollknäuel tragen noch Etiketten mit familiären Bezügen – ein Pullover für den Bruder oder handgeschriebene Anleitungen. "Mit der Weiterverarbeitung eines Nachlasses gehen die beiden Künstlerinnen auf ein Thema ein, welches zu den Themen eines Friedhofes passt," so die Kulturverantwortliche der Stadt Burgdorf, Dagmar Kopše, "es geht um die Wertschätzung eines Nachlasses, das Weiterführen einer Tradition um auch um Erinnerungen. Das alles macht die Arbeit aus unserer Sicht besonders."
Die Installation ist die zweite Arbeit, die im Rahmen des offenen Wettbewerbs der Stadt Burgdorf für künstlerische Projekte gezeigt wird. Mit Kunstprojekten in der alten Aufbahrungshalle sollen Menschen angezogen werden, die den Park des Friedhofs als Platz zum Verweilen entdecken, so die Hoffnung der Stadt Burgdorf.
Die Vernissage zur aktuellen Ausstellung ist am 5. Juni 2025. Die Ausstellung bleibt bis am 5. September 2025 bestehen und ist frei zugänglich. (pd/neo1)
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