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Kanton will hohe Gesundheitskosten mit Effizienz bekämpfen
Der Kanton Bern rechnet in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zunahme der Gesundheits- und Sozialkosten. Diese Entwicklung will der zuständige Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) mit mehr Effizienz und Koordination bremsen.
Zwischen 2014 und dem Finanzplan 2023 sei bei den Kosten für Gesundheit und Soziales ein Anstieg um 16 Prozent (450 Millionen Franken) zu verzeichnen, rechnete Schnegg am Freitag anlässlich der Jahresmedienkonferenz seiner Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) vor.
Damit wolle er dem «Märchen» entgegentreten, beim Staat werde gespart und im Sozialbereich abgebaut. Das Gegenteil sei der Fall. «Aber: wir müssen handeln, damit wir die seit Jahrzehnten anhaltende Kostenentwicklung weiter bremsen können.»
Vernetzte Daten im Patientendossier
Bei den Gesundheitskosten sei ein gewisser Anstieg mit der Alterung der Gesellschaft sowie mit technologischen Fortschritten bei den Behandlungsmethoden zu erklären. Doch wenn die Kostenentwicklung im gleichen Rahmen weitergehe wie bisher, werde sich die Bevölkerung die Gesundheitsversorgung nicht mehr leisten können.
Handlungsbedarf sieht Schnegg vorab bei «unnötigen Eingriffen und Doppelspurigkeiten aufgrund fehlender Zusammenarbeit und nicht vernetzter Daten».
Konkret soll das elektronische Patientendossier (EPD) möglichst rasch eingeführt werden. So müssen sich bis zum 15. April alle Spitäler einer sogenannten Stammgemeinschaft angeschlossen haben. Das EDP sei der einzige Weg, die Patientinnen und Patienten möglichst integral versorgen zu können.
Mehr ambulante Eingriffe
Sparpotenzial sieht Schnegg auch bei der Steigerung der Zahl der ambulanten Eingriffe. Sie kosten drei Mal weniger als stationäre Eingriffe. Schnegg erinnerte daran, dass seit Anfang 2019 sechs Kategorien von Operationen nur noch vergütet werden, wenn sie ambulant durchgeführt werden. «Das ist aber nur ein Anfang.»
Zu rechnen sei damit, dass diese Zahl auf 16 bis 18 Eingriffe steigen werde. Schnegg verwies darauf, dass im Ausland bis 40 Prozent der Eingriffe ambulant durchgeführt wurden, hierzulande seien es lediglich 20 Prozent.
Die vom Bund vorangetriebene «Ambulantisierung» werde alle Spitäler treffen, gab Schnegg zu bedenken. Die Spitäler müssten sich entsprechend anpassen, da weniger Betten und Spitalpersonal nötig sein werden. Angesichts der demografischen Entwicklung werde hingegen mehr Personal im Altersbereich gefragt sein. Spitäler, die sich zu wenig anpassen, müssen allenfalls mit dem Konkurs rechnen, befürchtet Schnegg.
Potenzial für Synergien sieht Schnegg auch bei der Datenaufbereitung und Datenanalyse. Die Vernetzung von Informationen könne Doppel- und Mehrspurigkeiten vermeiden und Abläufe vereinfachen.
Vernetzung auch im Asylbereich
Auch im Asylbereich wird es in diesem Jahr noch grössere Änderungen geben. AbMMitte Jahr übernehmen neue regionale Partner die Betreuung der Asylsuchenden. Sie werden unternehmerischer Denken müssen als bisher. Der Grund ist, dass der Kanton den Erfolg der Integration der Asylsuchenden mehr gewichtet. Das heisst, die Betreuungsorganisationen werden nur dann voll bezahlt werden, wenn sie die geforderten Ziele erreichen. Dies betrifft insbesondere die Sprachkenntnisse und die Arbeitsintegration.
sda/neo1
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