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Kanton Bern verzeichnet Überschuss von 873 Millionen Franken

Der Kanton Bern hat im vergangenen Jahr bei einem 13-Milliarden-Haushalt einen Überschuss von 873 Millionen Franken geschrieben. Das ist deutlich besser als budgetiert. Finanzdirektorin Astrid Bärtschi warnte aber "vor Euphorie", denn das Ergebnis sei das Resultat einmaliger Sondereffekte.

"Wir haben nichts gespart", betonte die bernische Finanzdirektorin Astrid Bärtschi (Mitte) am Dienstag vor den Medien in Bern mehrfach. Dies wohl nicht zuletzt auch mit Blick auf allfällige Begehrlichkeiten aus der Politik oder auf den nationalen Finanz- und Lastenausgleich.

Die von Bärtschi erwähnten Sondereffekte betreffen die Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit einem grossen Strassenbauprojekt, das nicht umgesetzt wird und mit der bereits Ende 2025 erreichten Vollkapitalisierung der Bernischen Pensionskasse.

Einen guten Batzen, nämlich 238 Millionen Franken, erhielt der Kanton Bern auch aus der nicht eingeplanten Gewinnausschüttung der Nationalbank. Ohne Sondereffekte würde der Kanton Bern gar rund 50 Millionen Franken unter Budget abschliessen, wie Bärtschi weiter sagte.

Das gute Rechnungsergebnis 2025 führte indessen zu einer Stärkung des Eigenkapitals und einem weiteren Schuldenabbau. Die Regierungsrätin freute sich denn auch über die aktuell guten Zahlen. Mittelfristig kämen auf den Kanton aber grosse finanzielle Herausforderungen zu, etwa die Abschaffung des Eigenmietwerts, Mehrbelastungen im Gesundheitswesen oder das Entlastungspaket des Bundes. Auch die instabile geopolitische Lage könnte sich auf die Konjunktur auswirken.

Bärtschi, die sich Ende März zur Wiederwahl in den Regierungsrat stellt, will ihre "zurückhaltende Finanzpolitik" weiterführen. Ziel sei es, zu verhindern, dass der Kanton aufgrund absehbarer Mehrbelastungen in ein strukturelles Defizit gerate.

Gleichzeitig will der Kanton Bern die steuerliche Belastung im Kantonsvergleich in Richtung Mittelfeld senken. Diese Schritte müssten aber nachhaltig gegenfinanziert werden, hielt Bärtschi fest.

Während die bürgerliche Mehrheit im Kanton Bern Bärtschis Finanzpolitik mitträgt, kritisiert Linksgrün die rechte Abbaupolitik. Mit dem Argument der "finanziellen Lage" würden immer wieder wichtige Vorhaben für Klima und Menschen einfach vom Tisch gewischt. Stattdessen scheffle der Kanton Geld für Steuergeschenke an Reiche. (sda)

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