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Im Frühling häufen sich Marderschäden

Im Mai und Juni sind im Freien geparkte Autos ein beliebtes Ziel von Mardern. In diesen Monaten ist das Revierverhalten der Tiere besonders ausgeprägt und sie nagen mehr als sonst an Kabel und Schläuchen. Schuld dafür ist der ausgeprägte Spiel- und Beisstrieb der Marder. Auch in Siedlungen machen es sich die Marder bequem und auch dort nicht ohne Grund.

Jahr für Jahr gehen bei der Axa Schweiz rund 17’000 Schadenmeldungen zu Marderbiss ein. Die Schadensumme dazu beläuft sich auf um 8 Millionen Franken. Gesamtschweizerisch dürften es jährlich an die 40 Millionen Franken sein, schätzt Axa. Auch bei der Mobiliar tönt es ähnlich. Die Schadensumme beträgt auch da um die 8 Millionen Franken.

"Besonders gross ist das Risiko von Marderschäden an Fahrzeugen in tiefergelegenen Regionen. Der Kanton Bern liegt da im Durchschnitt", sagt Patrick Villiger von der Axa. Grosse jährliche Schwankungen gäbe es nicht, innerhalb eines Jahres stächen die beiden Monate Mai und Juni aber schon ins Auge, so Villiger weiter.

Guter Schutz ist entscheidend
Den besten Schutz böten nach wie vor geschlossene Garagen, heisst es dazu bei Axa. Auch das Sperren von Zugängen zum Motorraum oder das Sichern von besonders gefährdeten Autoteilen könne Abhilfe schaffen. Und einige Hersteller würden ihre Fahrzeuge mit sogenannten "Marderschrecks" mit Ultraschalltönen ausrüsten. "Dazu hilft ein Gitter unter das Auto zu legen und dieses noch leicht zu erhöhen, damit es wackelt. Das haben die Marder nicht gerne, weil sie an eine Falle oder so erinnert werden", sagt Peter Sommer, zuständiger Wildhüter für die Region Oberemmental.

Ausserdem lohne es sich, den Motor regelmässig waschen zu lassen, sagt Sommer. "Damit lassen sich die Duftstoffe der eingedrungenen Marder entfernen und Revieransprüche übers Auto verringern. Auch das Abstellen des Fahrzeugs am selben Ort hilft dabei."

Bei Marder im Haus braucht es Geduld
"Unsere Siedlungen stehen zum Teil im Lebensraum der Marder. Sprich: Wir haben unsere Wohungen in seine Wohnung gebaut. Aus diesem Grund arrangiert sich der Marder nun mit dieser Situation", sagt Peter Sommer. Damit der Marder in ein Haus eindringt braucht es nur ein Loch in der Grösse eines Hühner-Eis. "Wenn der Kopf durchpasst, dann kann der Marder einsteigen."

Die Isolation in den Zwischenwänden bieten dem Marder perfekten Unterschlupf. Dazu ist es warm und trocken. "Falls man merkt, dass Marder im Haus sind, heisst es geduldig sein", sagt Wildhüter Sommer. Zuerst müsse man herausfinden, wo dass der Marder einsteigen kann. Das Dach und potenzielle Einstiege absuchen und schauen, wo dass der Marder einen Zugang zum Haus hat. "Wenn es geht, kann man dies selber machen oder aber einen Spezialisten wie einen Dachdecker beiziehen."

Danach muss man den guten Zeitpunkt abpassen. Wenn die jungen Marder etwas grösser sind, gehen sie mit den Eltern auf Pirsch und kommen manchmal ein, zwei Nächte nicht mehr zurück ins Nest. Dies bemerkt man, wenn es einmal eine Nacht lang ruhig ist im Haus. "Da sollte man Material bereitgestellt haben, damit man zu diesem Zeitpunkt den Zugang verriegeln kann. So kann der Marder dann nicht mehr ins Haus zurück und man ist eben sicher, dass man kein Tier einschliesst", sagt Peter Sommer.

Schadenmeldungen sind eine einfache Sache
Wenn man einen Schaden bemerkt am Auto oder eben in der Wohnung, dann kann man dies der Versicherung melden. "Dies ist ein standartisiertes Prozedere", sagt Jürg Erb von der Mobiliar. "Entweder meldet man den Schaden selber an - gerade wenn es in der Wohnung passiert ist - oder der Garagier meldet den Schaden beim Auto bei uns an. Danach sind dies automatisierte Prozesse ohne grossen Aufwand für die Geschädigten", so Erb. Bei der Axa tönt es ähnlich. Auch da sind Marderschäden kein grosser administrativer Aufwand. Für beide Seiten nicht.

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