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Haarige Raupen auch in der Region auf dem Vormarsch

Sie sind bloss zwei bis drei Zentimeter lang, können jedoch durch ihre Brennhaare heftige allergische Reaktionen auslösen und Atemwegsprobleme verursachen. Die Eichenprozessionsspinner-, oder Schwammspinnerraupen. Beide Raupen-Arten verursachen durch ihre feinen Brennhaare, welche sie zum Schutz der Larven und Raupen ins Nest einflechten und in die Luft abgeben, Brenn- und Juckreiz bei Mensch und Tier. Auch im Mittelland und Emmental sind neo1 Fälle bekannt. Es wird vermutet, dass die warmen Winter zur vermehrten Ausbreitung der Tiere in der Schweiz beitragen.

In manchen Teilen Deutschlands stellen  diese Raupen in diesem Sommer eine regelrechte Plage dar. Schulen wurden bereits geschlossen (WDR), ein Marathon abgesagt (Spiegel Online). Auch Michael Schröter, Geschäftsführer und Inhaber der topPharm-Apotheke in Kirchberg, bestätigt auf Anfrage von neo1, dass es in den letzten Tagen in der Region Verdachtsfälle auf solche Raupen-bedingten allergischen Reaktionen gegeben habe. Eine Reaktion zeige sich häufig durch entzündete Stellen, Rötungen am ganzen Körper und teils intensiven Juckreiz, so Schröter. Der Kontakt zu den Raupen-Nestern sei tunlichst zu vermeiden; besonders gefährdet seien auch Hunde, welche vom Schnüffeln in einem Raupennest schwere gesundheitliche Schäden davon tragen können. 

Dass das aber nicht immer hilft, weiss neo1-Hörerin Barbara Rüegsegger aus Lützelflüh: Vor einigen Jahren hat sie an den Obstbäumen im Nachbargarten bereits einige Raupennester festgestellt. Diese Population sei absolut im Rahmen zu halten gewesen - kein Grund zur Aufregung. Mittlerweile sei die Umgebung aber so stark von den sogenannten Schwammspinnern befallen, dass das einfache Entfernen von Raupen-Nestern mit der Baumschere nichts mehr bringe. In diesem Frühling sei eine Bekämpfung der zahlreichen Raupen unumgänglich geworden, so Rüegsegger. Weiterhin sei die Lebensqualität im Eigenheim jedoch stark eingeschränkt. Gemütlich auf der Terrasse sitzen, draussen Wäsche zum Trocknen aufhängen - das sei durch die Anwesenheit der Raupen im benachbarten Garten nicht möglich. 

Zusätzlich erschwerend sei, dass sich die Raupen auf einem Privatgrundstück ausgebreitet haben. Dadurch sei die Gemeinde Lützelflüh eigentlich nicht dazu verpflichtet, einzugreifen. Trotzdem habe sie durch das Weiterleiten an den zuständigen Werkhof - also mit hilfreicher Information - Hand geboten. Grundsätzlich fällt bei der Recherche auf: Bei Problemen mit Eichenprozessionsspinnern oder Schwammspinnern ist die Zuständigkeit unklar und nicht definiert. Meist wird Betroffenen empfohlen, sich bei der Gemeinde zu melden. 

Auf der Webseite der Gemeinde Muri findet sich ein Merkblatt zum Thema. Diese nimmt dazu wie folgt Stellung: 

Nachdem im Juni 2014 ein Artikel im 20 Minuten zum Eichenprozessionsspinner publiziert wurde ("Giftige Raupe breitet sich in der Schweiz aus"), gab es mehrere E-Mails und Telefonate von besorgten Bürgerinnen und Bürgern. Aus diesem Grund wurde von der Umweltschutzkommission Muri bei Bern entschieden, ein Merkblatt zu erstellen, um besorgten Bürgerinnen und Bürgern einen ersten Eindruck zu vermitteln, wer der Eichenprozessionsspinner ist, wie gefährlich dieser ist und was bei einer Sichtung oder bei Kontakt unternommen werden sollte. Dieses Merkblatt steht seitdem der Bevölkerung online auf der Gemeinde-Website zur Verfügung.

Bei einer allfälligen Meldung der Sichtung des Eichenprozessionsspinners in Muri b. Bern würde die Gemeinde weitere Massnahmen in Absprache mit Fachpersonen festlegen – dies kann z.B. je nach Gebiet das Absperren mit Bändern mit zusätzlichen Informationstafeln am spezifischen Ort umfassen.

 

 

 

 

 

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