Rebhänge bei La Neuveville am Bielersee. (Bild: Keystone/Christian Beutler)
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Guter Weinjahrgang im Kanton Bern erwartet
Die Berner Winzerinnen und Winzer erwarten einen guten Weinjahrgang 2025: Fruchtig und elegant sollen die edlen Tropfen werden. Der milde und trockene Frühling liess die Reben früh austreiben. Dementsprechend zeitig begann im Herbst auch der "Läset".
Auf den milden Frühling 2025 folgten heisse Temperaturen im Juni und August. Der Juli war eher nass und kühl. Während der Ernte war das Wetter wechselhaft. Dank sorgsamer Pflege durch die Winzerinnen und Winzer seien die Reben gesund geblieben, schreibt die kantonale Wirtschaftsdirektion in einer Mitteilung. Die Trauben hätten eine "schöne Aromatik" entwickelt. Dies bestätigt Herbert Riem, Geschäftsführer der Weinkellerei Riem und Däpp von Kiesen. "Das Weinjahr 2025 ist vielversprechend. Qualitativ super, von der Menge her durchschnittlich."
Der Traubenertrag lag nach Angaben des Kantons bei rund 1569 Tonnen und damit im zehnjährigen Durchschnitt. Auch die Rebfläche blieb mit rund 252 Hektaren stabil. Deutlich zugenommen hab aber der Anteil an Bio-Rebflächen. Sie beträgt rund 98 Hektaren. 2015 waren es erst deren 11. Im Kanton Bern werden vor allem in der Region Bielersee und Thunersee Reben angebaut. Mit rund 220 Hektaren ist der Rebbau am Bielersee deutlich grösser als jener am Thunersee mit rund 30 Hektaren. Am Thunersee werden leichte, frische, alpine Weine gekeltert. Die Bielerseeweine gedeihen auf kalkhaltigen Böden, die dem Wein eine mineralische Note verleihen.
Die Traubenqualität überzeugt, der Absatz macht Sorgen
Weniger erfreulich ist die Lage im Verkauf. Viele Winzerinnen und Winzer berichten von sinkendem Konsum. Auch das Weinhaus Aemme in Ramsei spürt die Zurückhaltung. "Der Rückgang vom Konsum, den man auch in den Zahlen belegen kann, ist die grösste Herausforderung für die Weinbranche", sagt Geschäftsführer Luca Beutler. Hinzu komme der Druck durch ausländische Konkurrenz und den Preiskampf. "Es ist wichtig, aber auch schwierig, auf einem Preisniveau zu bleiben, das gegenüber dem ausländischen Markt konkurrenzfähig ist. In der Schweiz haben wir höhere Kosten, und der Import profitiert vom guten Eurokurs", erklärt Beutler weiter.
Das Weinhaus Aemme bietet neben Schweizer auch ausländische Weine an. So könne man die Preise besser ausgleichen – eine Herausforderung, die viele Winzerinnen und Winzer im Land weiterhin beschäftigt. (sda/neo1)
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