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| Wochengespräch

Genug Leute oder nicht? Der Lehrer:innen-Mangel im Kanton Bern

Kaum ist es losgegangen, ist das erste Quartal bereits schon wieder durch. An den Berner Schulen sind im Moment Herbstferien. Wie steht es eigentlich um das Personal in den Schulen? Sind genügend Lehrpersonen da oder hat sich der bekannte Personalmangel ins Schuljahr gezogen? 

"Mittlerweile sind die Stellen zwar besetzt, dennoch beschäftigt uns die Art und Weise", sagt Pino Mangiarratti, Präsident vom Verband Bildung Bern und Lehrer beim Gymnasium Burgdorf. "Unsere Hauptsorge ist nicht der quantitative Lehrpersonenmangel, sondern viel mehr der qualitative. Einerseits bewerben sich wenig Leute und dann ist ein Teil davon nicht qualifiziert. Im Kanton Bern ist es möglich, dass Lehrpersonen nicht qualifiziert sein müssen. Heisst entweder hat man Glück und die Lehrperson ist ausgebildet, halt einfach in einem anderen Fach oder man Pech und die Person hat gar keine qualifizierte Ausbildung. Was nicht heissen muss, dass diese Person es schlecht macht", erklärt Mangiarratti.

Stadt-Land Unterschiede haben sich gelegt

Die regionalen Unterschiede haben sich verändert, so Mangiarratti. "Noch vor einem Jahr bemerkte man zwischen Stadt und Land grössere Unterschiede. Das hat sich nun abgeflacht. Man bemerkt nun auch in Agglomeration und städtischen Gebieten, wie zum Beispiel in Burgdorf, grössere Schwierigkeiten. Auch aus der Agglo Bern gibt es Beispiele, die grössere Schwierigkeiten haben. Der Lehrpersonen-Mangel ist nicht mehr nur ein regionales Problem, sondern hat sich mittlerweile auf den gesamten Kanton erstreckt."

Nicht nur negative Auswirkungen durch Corona

Mangiarratti rechnet damit, dass die Coronapandemie Folgen im Bildungssektor haben wird. "Ich befürchte, dass es Lehrpersonen geben wird, die aufgrund der hohen Belastung zu dieser Zeit, aussteigen werden. Wir müssen sorge tragen und versuchen die Belastung wieder zurückzufahren." Auf der anderen Seite hebt der Präsident von Bildung Bern aber auch Positives hervor. "Die Pandemie hat vielen Leuten die Augen geöffnet und ihnen aufgezeigt, wie wichtig dieser Beruf ist. Ich glaube ganz viele Eltern haben gemerkt, was Lehrpersonen bei ihrer Arbeit mit so vielen Kindern und Jugendlichen überhaupt leisten. Meine Wahrnehmung ist, dass die Wertschätzung für unsere Branche angestiegen ist." Auch Interesse an Beruf hat zugenommen.

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