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| Wirtschaft

Gastrobetriebe fühlen sich vom Bundesrat im Stich gelassen

Seit Donnerstag 16.04.20 ist der Plan des Bundesrats bekannt. Die Regierung möchte schrittweise, in Etappen, den sogenannten Corona-Lockdown beenden. Ab 27. April dürfen zum Beispiel Coiffeur-Geschäfte, Gärtnereien oder auch Baumärkte wieder öffnen. Weiterhin offen bleibt wann die Restaurants und Bars wieder Gäste begrüssen dürfen. Die Gastroverbände sind vom Bundesrat enttäuscht. Und auch von den Versicherungen (Audio 4).

"Wir hängen im luftleeren Raum und wissen nicht wie es weiter geht. Der Bundesrat hat uns bei seiner Medienkonferenz nicht einmal erwähnt", sagt Eveline Neeracher, Präsidentin Gastro Bern, gegenüber neo1. Der Bundesrat habe ein Konzept erhalten, für dass die Restaurants nach den Massnahmen wieder öffnen können. Dies sei aber offensichtlich noch zuwenig weit. Existenzen wie auch sehr viele Arbeitsplätze seien gefährdet. Eveline Neeracher sagt, sie habe am Donnerstag sehr viele Anrufe von besorgten Wirtinnen und Wirten erhalten. Die wüssten nicht wie weiter. "Sie sagen sich lieber jetzt ein Ende mit Schrecken als ein Ende ohne Schrecken", so Eveline Neeracher. Die Hilfszahlungen des Bundes seien zwar gut, jedoch könnten nur wenige Gastro-Betriebe profitieren. 

Dies sieht auch Konrad Gerster, Geschäftsführer Gastro Emmental-Oberaargau, so. Viele Betriebe würden die Anforderungen für die Hilfszahlungen oder die Kurzarbeit nicht erfüllen. Er finde die Massnahmen des Bundesrates aber nach wie vor richtig und vorbildlich. Im Moment gehe es für die Restaurants einfach so weiter wie bis jetzt. Soll heissen: Take Away und Lieferdienste anbieten. Der Verband könne wegen den vielen Mitgliedern keine finanzielle Hilfe anbieten. "Wir können bei den Formularen helfen und informieren", sagt Konrad Gerster. 

Da es eine schweizweite Lösung braucht, ist der nationale Verband Gastrosuisse zuständig. "Wir stehen in engem Kontakt. Damit wir vom Bundesrat wenigstens einen kleinen Anhaltspunkt erhalten, wann die Restaurants wieder öffnen können", sagt Eveline Neeracher von Gastro Bern. Sonst könne der regionale Verband auch nur zu warten. 

Kritik wird gehört - Gastro-Betriebe müssen aber warten

Das Bundesamt für Gesundheit BAG reagiert auf die Kritik der Restaurantbesitzer bezüglich der Corona-Auflagen.

Die Gastro-Branche weiss noch immer nicht, wann sie öffnen darf. Laut dem Verband Gastrosuisse wäre eine Lockerung im Gastgewerbe unter Einhaltung strenger Schutzmassnahmen realistisch.

Laut Daniel Koch vom BAG hat die Erfahrung jedoch etwas anderes gezeigt. So sei etwa die 50-Personen-Regel zu Beginn der Corona-Massnahmen von den Gastro-Betrieben praktisch nicht umgesetzt worden. Es bestehe immer noch ein grosses Risiko, dass sich mehr Leute anstecken und es wieder mehr schwere Fälle gebe, so Koch weiter. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh.

 

 

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