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Filmemacher Heinz Gerber aus Lützelflüh:"Ich habe so viele Geschichten im Kopf"

Seit fast 30 Jahren macht Heinz Gerber Filme. Geld verdient er damit nicht. Der 78-Jährige ist ein nicht-kommerzieller Filmemacher, der seiner Leidenschaft fürs Schreiben, Drehen und Schneiden in seiner Freizeit nachgeht.

1997 drehte Heinz Gerber seinen ersten Film. Er schrieb ein Drehbuch, schnappte sich einen Arbeitskollegen und drehte die Geschichte eines Emmentaler Bauern, der nach Paris will. Sein Erstling «Einmal im Leben» hatte direkt Erfolg: «Das hat mich damals total überrascht», erinnert sich Heinz Gerber. «Ich reichte den Film bei einem Schweizer Filmfestival für nicht-kommerzielle Filme ein. Der Film wurde dort mit der Silbermedaille ausgezeichnet und qualifizierte sich so für das internationale Filmfestival UNICA.» Nach dem erfolgreichen Erstling folgten viele weitere Filme: «Ich bin so kreativ, ich habe so viel im Kopf. Ich hätte auch jetzt zehn Geschichten parat, ich müsste sie nur ausarbeiten.»

Filme als Ausdrucksform

Das Filmemachen sei für ihn eine Art, seine Kreativität loszuwerden, erzählt Heinz Gerber. «Ich hatte keine schöne Kindheit. Ich durfte mich nicht ausdrücken. Es hiess immer, ich solle still sein. Darum begann ich mich anders auszudrücken. Ich habe Gedichte geschrieben, fotografiert und gemalt. Dann begann die Phase des Filmemachens.» Daneben seien auch die Menschen ein grosser Antrieb, seit fast 30 Jahren immer wieder Filme zu produzieren. «Ich arbeite bei jedem Film wieder mit anderen Menschen zusammen. Schauspieler:innen, Kameraleute und so weiter. Das ist für mich eine grosse Freude. Ich würde so viele Menschen nicht kennen, wenn ich diese Filme nicht machen würde.»

Immer wieder schöne Erfolge

Der erste Film von Heinz Gerber blieb nicht die einzige Erfolgsgeschichte. In "Rosenzeit" erzählte der 78-Jährige von Lützelflüh die Liebesgeschichte zweier Männer. "Dieser Film lief in Zug am Eurofilmfestival. Es gab aber Leute, die gesagt haben, dass sie nicht ans Festival kommen, wenn dieser Film läuft. Vor knapp 30 Jahren gab es wegen der Darstellung eines homosexuellen Paares noch Aufruhr." Heinz Gerber machte auch immer wieder Dokumentationen. Auf eine ist er besonders stolz: "Ich durfte ein Jahr lang die Hirten im Hinterarni begleiten. Ihre geerde Lebensweise hat mich sehr beeindruckt." In den letzten knapp 30 Jahren schafften es ingesamt sechs Filme von Heinz Gerber an das internationale Festival der nicht-kommerziellen Filmemacher, UNICA. Auch nächsten Sommer ist wieder ein Film von ihm dabei. "Egoistisch", ein Kurzfilm über Missbrauch wird an der UNICA 2027 in Cannes gezeigt. Am diesjährigen schweizerischen Filmfestival Swiss Movie erhielt der Film einen Spezialpreis. Genau so ein zweiter nominierter Film von Heinz Gerber, "Rache im Kuttelbad".

Im Emmental gibt es "Egoistisch" und "Rache im Kuttelbad" an der Burgdorfer Kulturnacht am 17. Oktober zu sehen. Am Filmeabend des Gotthelfzentrums Lützelflüh am 4. November wird "Egoistisch" gezeigt. 

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