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| Landwirtschaft

Eine rein biologische Landwirtschaft in der Schweiz?

Nachhaltig, ökologisch und sozial - so beschreibt die neue Bewegung "Landwirtschaft mit Zukunft" ihre Vision der Schweizer Landwirtschaft. Gestern haben sie die Vision den Medien vorgestellt, bevor dann am Samstag eine grosse Demonstration in Bern stattfinden soll.

Die Landwirtschaft sei mit verantwortlich für den Klimawandel, daher müsse sie auch Teil der Lösung sein, sind die Initianten überzeugt. Gemeinsam mit der Klimabewegung haben daher verschiedene Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen eine Vision entwickelt, wie die Schweizer Landwirtschaft ökologischer und nachhaltiger werden kann. Dazu gehört die Reduktion und sogar der vollständige Stopp des Pestizideinsatzes, eine Reduktion des Tierbestandes und mehr Direktvermarktung. Zudem soll der Import von klimaschädlich hergestellten Lebensmitteln und Futtermitteln eingeschränkt werden.

Am Samstag, 22. Februar, will die Bewegung am Nachmittag mit einer grossen Demonstration in Bern auf ihre Vision aufmerksam machen. Das Ziel sei auch, der Politik zu zeigen, dass Vorschläge da sind und dass es Druck von der Strasse gebe, sagen die Verantwortlichen.

Der Berner Bauernverband ist skeptisch

Diese Ziele sind ja gut und recht, heisst es auf Anfrage dazu beim Berner Bauernverband. Auch sie versuchen, nachhaltiger und regionaler produzieren zu können. Aber: die Bewegung Landwirtschaft mit Zukunft blende den Markt und die Konsumenten aus, sagt der Bauernverbandspräsident Hansjörg Rüegsegger. Schon heute werden mehr Bioprodukte produziert als konsumiert. Das zeige, dass die Konsumenten nicht bereit seien, sich mehr für Nachhaltigkeit einzusetzen. Hier müsse man viel eher mit Information und Aufklärung beginnen, um den Konsumenten zu zeigen, welchen Einfluss sie mit ihrem Einkaufverhalten konkret auf die Nachhaltigkeit haben.

Zudem kritisiert der Bauernverband, dass die Bewegung ein Pestizidverbot vorschlägt. Damit wären auch Biozide verboten, die im Biolandbau verwendet werden. Es wäre damit kaum möglich, genügend Lebensmittel für die Schweiz herzustellen, so Rüegsegger.

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