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Die traditionelle Zielwurfsportart Platzgen
Wer im Kanton Bern unterwegs ist, hat sie vielleicht schon einmal gesehen: schwere Eisensterne, die auf eine runde Lehmscheibe geworfen werden. «Platzgen» heisst diese traditionelle Schweizer Zielwurfsportart. Sie wird bis heute mit grosser Leidenschaft betrieben.
Platzgen gibt es seit dem Mittelalter. Das Ziel ist es, die rund 2,5 Kilogramm schwere Platte möglichst genau ins Zentrum einer Lehmscheibe zu treffen. Je weiter die sogenannte Platzge vom Ziel entfernt landet, desto schlechter ist das Resultat. Was auf den ersten Blick einfach aussieht, verlangt in Wirklichkeit viel Konzentration und Technik. Besonders im Kanton Bern ist die Sportart noch fest verankert. Einer der aktiven Vereine ist der Platzgerverein Lyssach.
Eine grosse Herausforderung ist der Nachwuchs. Viele junge Menschen entscheiden sich eher für Fussball oder Unihockey. Trotzdem gelingt es Vereinen wie Lyssach, neue Mitglieder zu gewinnen, häufig sind es Quereinsteiger. Patrick Buri, der Präsident der Platzger Lyssach sagt im Interview mit neo1: «Es sind mehrheitlich Männer, wo diesen Sport treiben, es gibt aber mittlerweile auch mehr Frauen, wo diesen Sport machen. Eine Zeit lang haben wir praktisch keine Frau gehabt. Nun sind aber wieder einige Frauen dabei, die platzgen. Und das ist sehr cool, das soll auch so sein.»
In der Wettkampfsaison finden regelmässig Meisterschaften statt. Gespielt wird auf Feldern, Schulplätzen oder Bauernhöfen. Ambitionierte Platzger trainieren mehrmals pro Woche. So bleibt eine jahrhundertealte Sportart lebendig.
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