Diabetologe Bernard Chappuis und Nadine Schenk mit Diabetes Typ-1 im Spital Emmental in Burgdorf. (Bild: Célina Klötzli/neo1)
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Diabetes: Eine Krankheit, die den Alltag verändert
Rund eine halbe Million Menschen in der Schweiz leben schätzungsweise mit Diabetes. Die chronische Stoffwechselerkrankung beeinflusst, wie der Körper Zucker verarbeitet. Doch was bedeutet eine solche Diagnose für die Betroffenen und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Bei Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit die den Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. "Grund dafür ist, dass der Körper zu wenig Insulin produziert oder das vorhandene Insulin nicht richtig wirkt" erklärt Bernard Chappuis, leitender Arzt Diabetologie/Endokrinologie am Spital Emmental im Interview mit neo1. Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse und sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt.
Diabetes ist nicht gleich Diabetes
Wir kennen vor allem den Diabetes Typ 1 und Typ 2. Während Typ 1 eine Autoimmunerkrankung ist, bei der die Zellen, die Insulin produzieren zerstört werden, entwickelt sich Typ 2 häufig durch ein Zusammenspiel von zum Beispiel erblichen Faktoren und Lebensstil. Beim Typ 2 ist das Insulin zwar da, kann aber nicht gut aufgenommen werden. Es gibt aber noch zwei weitere Kategorien: "Der Typ 3 ist ein Sammeltopf. Es können zum Beispiel Medikamente wie Cortison oder hormonelle Störungen dazu führen, dass zu wenig Insulin produziert wird" erklärt Bernard Chappuis. Dann gibt es auch noch den Schwangerschafts-Diabetes, den Typ 4: "Beim Schwangerschafts-Diabetes ist der Blutzucker nur während der Schwangerschaft erhöht und verschwindet dann wieder. Die betroffenen Frauen haben aber danach aber ein höheres Risiko den Diabetes Typ 2 zu entwickeln". Unbehandelt kann Diabetes langfristig Blutgefässe, Nerven und Organe schädigen. Mit einer passenden Therapie und medizinischer Betreuung können Betroffene jedoch gut mit der Erkrankung leben.
Der Alltag mit Diabetes
"Gewöhnliche Tage gibt es für mich nicht mit Diabetes. Jeder Tag ist anders. Nur weil es an einem Tag funktioniert, heisst es nicht, dass es am nächsten auch noch so ist" erzählt Nadine Schenk, sie hat Diabetes Typ 1. Vor 15 Jahren bekam sie die Diagnose, damals war Nadine Schenk 14 Jahre alt. Sie fühlte sich zu dieser Zeit etwa über ein halbes Jahr nicht so fit: "Ich war permanent müde, konnte mich nicht mehr konzentrieren und ich hatte wahnsinnig Durst und habe Literweise Wasser getrunken" erzählt sie im neo1-Interview. Dank ihrer Mutter, die damals als medizinische Praxisassistentin arbeitete, kamen sie auf die Idee dass Nadine Diabetes haben könnte. Als sie den Blutzucker gemessen haben, war der Wert bei Nadine Schenk bei etwa 26, normal wäre ein Wert zwischen vier und sieben. Die erste Zeit nach der Diabetes-Diagnose war hart. "Die ganzen Umstellungen, mit der Ernährung waren zum Beispiel schwierig, weil man ja immer rechnen und überlegen muss wie viel man von was isst und was dann passieren kann" sagt Nadine Schenk. "Auch allgemein, alles was man zum ersten Mal erlebt ist anders. Auch als ich meine Ausbildung zur Gärtnerin angefangen habe, wusste ich nicht wie mein System auf die körperliche Arbeit reagiert. Es war einfach immer ein ausprobieren und einstellen". Auch heute noch ist jeder Tag anders, das hat aber nicht nur Nachteile, meint Nadine Schenk: "Diabtiker: innen müssen flexibel sein, aber das kann auch eine Stärke sein".
Der Verein "Diabetes Bern"
Nadine Schenk und Bernard Chappuis sind beide im Vorstand des Vereins "Diabetes Bern". Gegründet wurde der Verein ursprünglich "Berner Diabetes Gesellschaft". Es ging darum, dass man Diabetes in der Region Bern bekannter macht, man die Diabetiker: innen regional unterstützt und man wollte auch eine Anlaufstelle schaffen für Betroffene. Das ist der Verein auch heute noch.
14. November ist Weltdiabetestag
Seit 1991 gibt es den Weltdiabetestag, der von der internationalen Diabetesgesellschaft ins Leben gerufen wurde. Der Tag soll aufmerksam machen auf die Krankheit Diabetes und er soll erinnern, dass man Massnahmen trifft in der Prävention und der Behandlung von Diabetes.
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