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| Gesellschaft

Der Abendverkauf ist ein Auslaufmodell

Der Kanton Bern hat unlängst über das sogenannte Ladenöffnungs-Gesetz verhandelt. Der Regierungsrat will das entsprechende Gesetz anpassen. So sollen die Läden am Samstag länger offen haben können. Genau diese längeren Öffnungszeiten, 24/7-Shops wie es die Tankstellen anbieten und der Online-Handel machen den Abendverkauf überflüssig. Recherchen von neo1 zeigen, dass sich viele Städte in der neo1-Region Gedanken machen, den serbelnden Abendverkauf fallen zu lassen, einzugrenzen oder an spezielle Events zu knüpfen, um wieder Leute in die Läden zu locken.

"Bei uns in Langenthal ist es die Frauennacht, welche guten Zulauf hat", sagt Peter Frei, Präsident der Stadtvereinigung Langenthal. In der Stadt Thun will man mit Cüpli-Anlässen punkten. "Der Abendverkauf alleine wird je länger je überflüssiger", ist Alain Marti überzeugt. Als Präsident der Innenstadtgenossenschaft Thun IGT macht es für ihn wenig Sinn, wenn die grossen Läden immer bis um 19.00 Uhr oder 20.00 Uhr geöffnet haben, noch zusätzlich einen Abendverkauf anzubieten. "Ich weiss, dass die Grossverteiler diesen Abendverkauf wollen. Da ist es auch weniger aufwändig, die Verkäuferinnen beschäftigen zu können. Für einen kleinen Laden bedeuten aber zwei, drei Stunden länger offen zu halten grosse Personalkosten." Er findet, dass jedes Geschäft so lange offen haben soll, wie es will. Das sei am fairsten und der Markt würde dann entscheiden, welche Läden so überleben können und welche nicht. "Dies ist zugegeben eine sehr liberale Haltung, kommt dem unterschiedlichen Konsumverhalten der Kunden aber vermutlich am nächsten."

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