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Die Corona-Krise macht Kinderarmut sichtbar
Lange Schlangen bei der Essensausgabe: Die Corona-Pandemie führt uns vor Augen was Armut heisst. Kinderarmut ist aber nicht erst seit der Pandemie aktuell, sondern wird vorallem sichtbarer gemacht.
Eine deutsche Studie der Bertelsmann Stiftung warnt davor, dass Kinderarmut durch die Corona-Krise zunehmen wird. Eltern von benachteiligten Kindern würde die Corona-Krise besonders hart treffen, weil sie häufiger in Teilzeit arbeiten oder eher kleinere Arbeiten ausüben und darum ihren Job auch als erstes verlieren, heisst es in dieser Studie. Für die Lage in der Schweiz gibt es noch keine konkrete Zahlen, Tendenzen seien aber sichtbar, erzählt Aline Masé vom Hilfswerk Caritas gegenüber neo1: "Wir beobachten einige Entwicklungen, wo man davon ausgehen kann, dass die Kinderarmut nochmals zunehmen wird. Die hat ja in den letzten Jahren schon zugenommen."
Kinderarmut war schon vor der Corona-Krise ein Problem, allerdings hat diese Zeit das Thema sichtbarer gemacht, wie Aline Masé erzählt: "Das Thema hat deutlich an Sichtbarkeit gewonnen. Wir hoffen, dass das Thema nicht einfach in einem halben Jahr wieder vergessen ist. Ich glaube die Krise hat wirklich gezeigt, dass prekäre Verhältnisse bestehen in der Schweiz." Es gebe viele Menschen in der Schweiz, die monatlich darum kämpfen auf ein Existenzminimum so kommen. Das sei schon vorher so gwesen, die Krise habe die Situation aber nochmals verschäft. Nur weil es der Schweiz grundsätzlich gut geht, gehe es nicht automatisch allen gut.
Um gegen Kinderamut vorzugehen braucht es verschiedene Lösungen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse deutlich verbessert werden, erklärt Aline Masé gegenüber neo1. Externe Kinderbetreuung müsse für Leute mit einem tiefen Einkommen kostenlos sein bzw. vom Staat übernommen werden. Auch für Leute die Schicht oder auf Abruf arbeiten, müsse es eine Möglichkeit der Kinderbetreuung geben. Die Caritas fordert aber auch Familienergänzungsleistungen. "Die Idee ist immer die selbe. Kinder bis zu einem gewissen Alter sollen abgesichert sein und nicht in Armut aufwachsen." Familien sollen von der Sorge, nicht genug Einkommen zu haben, entlastet zu werden. Kinder sollen nicht in einem gestressten Umfeld aufwachsen müssen, in dem es ständig darum geht, die Familie irgendwie ernähren zu können.
Mehr zur Kinderarmut in der Schweiz bei Caritas
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