Die BLS hat Sparmassnahmen angekündigt. (Symbolbild) CREDIT: KEYSTONE/URS FLUEELER
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BLS schliesst bis Ende 2030 fünf Reisezentren - Gemeinden sind enttäuscht
Die BLS hat am Dienstag den Abbau von rund 40 Vollzeitstellen angekündigt. Zudem schliesst sie fünf Reisezentren und spart beim Service. Ursache sei der zunehmende Kostendruck im öffentlichen Verkehr.
Den Personalabbau will die BLS nach Möglichkeit über Fluktuationen oder interne Wechsel abfedern, wie sie in einer Mitteilung schrieb. Beschlossen ist weiter die Schliessung der Reisezentren in Seftigen, Hasle-Rüegsau, Ins, Münsingen und Zollikofen. "Wir haben vorher die Reisezentren geprüft. Bei den erwähnten Zentren ging die Kundschaft stark zurück. Dies ist aber eine generelle Erscheinung. Wir versuchen vor allem die Reisezentren zu erhalten, welche beim Tourismus stark sind. Also zum Beispiel Interlaken oder Spiez", sagt Mediensprecherin Helene Soltermann.
Ausserdem schränkt die BLS die Öffnungszeiten der Schalter an den Wochenenden ein. Künftig will sie sonntags nur noch die Reisezentren in Spiez und Interlaken West ganzjährig öffnen sowie jenes in Kandersteg während der Sommersaison. Grund dafür sei, dass immer mehr Billette über digitale Kanäle gekauft würden.
Weitere Sparmassnahmen betreffen die Begleitung der Züge und den Unterhalt. Auf der Linie Bern-Langnau-Luzern setzt die BLS ab 2028 nur noch auf sporadische Kontrollen. Die Linie Spiez-Zweisimmen will sie nur noch tagsüber ständig begleiten.
Auch die Aussenreinigung der Züge wird von durchschnittlich alle 14 Tage auf einmal im Monat reduziert, wie das Unternehmen weiter schrieb.
Mit den Massnahmen will die BLS in den Jahren 2027 und 2028 je rund fünf Millionen Franken einsparen. Damit reduziere sich die von Bund und Kantonen finanzierte Abgeltung für den regionalen Personenverkehr auf jährlich rund 150 Millionen Franken.
Gewerkschaften sind unzufrieden
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) kritisierte die Massnahmen am Dienstag. Der Kostendruck der Kantone und des Bundes habe nun erste und einschneidende Konsequenzen bei der BLS, schrieb der SEV in einer Mitteilung. Der Druck fordere Opfer beim Personal, und auch die Kunden und Kundinnen würden nicht verschont bleiben.
Auch der Personalverband Transfair äusserte sich kritisch. Leidtragend sei das Personal. Es dürfe nicht "die Zeche für die Sparmassnahmen zahlen". Bund und Kantone würden nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Bahnunternehmen wie die BLS gerieten so zunehmend unter Druck.
Gemeinden Hasle und Münsingen enttäuscht über Schliessungen der Reisezentren
Der Münsinger Gemeinderat findet es schade, dass die Gemeinde per Ende 2030 ihr BLS-Reisezentrum verliert. Es gebe immer noch Menschen, die nicht digital bezahlen könnten oder keine Karte hätten, um ein Zugbillet zu kaufen. Diese seien auf den BLS-Schalter angewiesen. Gleichzeitig sei man sich bewusst, dass die BLS finanziell unter Druck stehe, sagt Gemeindepräsidentin Stefanie Feller. Der Gemeinderat von Münsingen will weiter mit der BLS im Gespräch bleiben. "Wir haben beschlossen, dass wir bei der BLS zwei Anliegen deponieren. Wir möchten eine Begründung des Unternehmens, zum Beispiel in Form von Zahlen, warum genau das Reisezentrum in Münsingen schliessen muss. Dann bitten wir die BLS auch, Ende 2027 die Zahlen noch einmal zu überprüfen und zu schauen, ob die Zahlen in Münsingen wirklich so tief sind, dass eine Schliessung die einzige Lösung ist."
Auch am Bahnhof Hasle-Rüegsau schliesst die BLS das Reisezentrum. Das tut Gemeindepräsident Raymond Weber weh. "Was soll ich dazu sagen? Wir verlieren schon unsere Post-Filiale auf Ende dieses Jahres und nun auch das BLS-Reisezentrum auf Ende 2027. Alles, was Service public ist, verschwindet nach und nach aus unserer Gemeinde." Die Leute aus Hasle müssen jetzt nach Langnau oder Burgdorf ausweichen. So würden die Zentren gestärkt und das Land geschwächt. Gerade weil der Bahnhof Hasle-Rüegsau ein Knotenpunkt zwischen Langnau, Bern, Thun und Burgdorf sei, passe es nicht, dass die BLS dort das Reisezentrum schliesse, sagt Raymond Weber. (sda/neo1)
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