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| Gesundheit

Besser ohne Schlafmittel im Alter

Viele Seniorinnen und Senioren schlafen nur mit Schlafmitteln aus der Gruppe der Benzodiazepine. Dabei sollten Menschen ab 60 aber besser davon loskommen, daran arbeiten auch die Ärzte. Es sei aber schwierig und Fortschritte sehe man nicht genügend, sagt der Leiter der Alterspsychiatrie des Spitals Emmental, Dr. med. Markus Guzek. Denn die Mittel seien wirksam und die Patienten meist abhängig. 

Leider haben die Pillen auch gravierende Nebenwirkungen, im Alter teils andere als in jüngeren Jahren. So führen Bezodiazepine bei Senioren zu Gangunsicherheit und in der Folge zu Stürzen. Dabei kommt es zu Knochenbrüchen, beispielsweise der Hüfte - und das ist das Ende des selbständigen Wohnens. Ein Entzug ist also normalerweise sinnvoll; er muss aber zwingend unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, warnt Markus Guzek. Es gebe andere gute Medikamente, manchmal gehe es auch ohne. Für Schlafprobleme im Alter kommen viele verschiedene Gründe in Frage. Allerdings ist es häufig, dass ältere Menschen falsche Erwartungen an ihr Schlafbedürfnis haben, denn ihr Körper braucht nur noch wenig Schlaf. Es gilt also, umzudenken. Und schliesslich kann es auch sein, dass den vermeintlichen Schlafstörungen eigentlich eine Depression zugrunde liegt. Dann sind Schlafmittel das falsche Medikament, denn sie bekämpfen statt der Ursache ein Symptom. Es sei aber einfacher, dem Arzt über Schlafprobleme zu berichten, als von Depressionen zu sprechen, sagt Markus Guzek. 

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