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Berner Bildungsinitiative: Ja-Komitee startet Abstimmungskampf
Am 27. September stimmt die Berner Stimmbevölkerung über die Bildungsinitiative ab. Das Ja-Komitee hat heute in Bern seine Abstimmungskampagne lanciert. Die Initiantinnen und Initianten wollen den Lehrpersonenmangel bekämpfen und die Qualität der öffentlichen Bildung langfristig sichern.
Lanciert wurde die Initiative vom Berufsverband der Lehrpersonen Bildung Bern. Er fordert unter anderem, dass die Qualität der öffentlichen Bildung in der Kantonsverfassung verankert wird. Zwar hält die Verfassung bereits fest, dass der Kanton für die Bildung verantwortlich ist. Ein ausdrücklicher Auftrag zur Sicherung der Bildungsqualität fehlt aus Sicht der Initiantinnen und Initianten jedoch.
Der Geschäftsführer von Bildung Bern, Stefan Wittwer, begründet die Initiative auch mit dem Lehrpersonenmangel. Nach Angaben des Verbands unterrichten derzeit rund zehn Prozent der Lehrpersonen im Kanton Bern ohne anerkanntes Lehrdiplom. Solche Quereinsteigende brauche es zwar, sie müssten aber gezielt begleitet und ausgebildet werden. "In den letzten Jahren wäre es ohne die Quereinsteigerinnen und Quereintsiger gar nicht gegangen. Wir sind diesen Menschen sehr dankbar", sagt Stefan Wittwer. Trotzdem müssten Massnahmen ergriffen werden, damit sich die Gesellschaft nicht an diesen Zustand gewöhne und die Kinder langfristig schlechter ausgebildet würden, so das Initiativkomitee.
Unterstützung erhält das Ja-Komitee unter anderem vom Burgdorfer GLP-Grossrat Michael Ritter. Der langjährige Lehrer sagt, Phasen mit Lehrpersonenmangel aber auch mit Lehrpersonenüberschuss habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Nun brauche es jedoch Massnahmen, um die Qualität des Unterrichts langfristig sicherzustellen.
Regierungsrat und Grosser Rat lehnen die Bildungsinitiative ab. Sie sind der Ansicht, dass die Kantonsverfassung nicht der richtige Ort für solche Bestimmungen ist. Fragen der Bildung gehörten auf die Stufe von Gesetzen und Verordnungen.
Über die Berner Bildungsinitiative entscheidet die Stimmbevölkerung am 27. September.
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