Most Trusted Websites for Replica Watches 2023

Werbung

| Gesellschaft | Vermischtes

Bedrohte Arten im Zoo: Züchten für ein Leben in der Wildnis

Vom Luchs im Zoo bis zur möglichen Auswilderung: Schweizer Zoos züchten gezielt bedrohte Tierarten. Dabei geht es um Genetik, internationale Zusammenarbeit und die Frage, welche Tiere später in der Natur überleben können.

Rund ein Drittel der Tierarten, die in Schweizer Zoos gehalten werden, ist vom Aussterben bedroht oder potenziell gefährdet. Die Zoos wollen deshalb sogenannte Reservepopulationen aufbauen. "Wir können unsere Populationen, die teilweise die einzigen Populationen dieser Tierart sind, züchten und im besten Fall später wieder auswildern", sagt Karin Federer von Zooschweiz.

Ein Beispiel dafür ist der Luchs. Im Tierpark Bern werden die Tiere im Rahmen eines internationalen Zuchtprogramms gezielt miteinander verpaart. Dabei geht es vor allem um die genetische Vielfalt. "Die Tiere, die wir noch in der Schweiz haben, haben teilweise medizinische Probleme. Zum Beispiel haben manche plötzlich keine Ohrmuscheln mehr. Die Zucht kann helfen, neue Genetik einzubringen", erklärt Federer.
Damit nicht verwandte Tiere miteinander verpaart werden, werden weltweit Daten zu den einzelnen Luchsen gesammelt. Diese fliessen in ein internationales Zuchtbuch ein. "So können wir entscheiden, welcher Luchs zu welchem anderen Luchs passt", sagt Friederike von Houwald, Direktorin des Tierparks Bern. Wenn ein Luchs später ausgewildert werden soll, kommt er in ein spezielles Gehege. Dort wird beobachtet, ob er sich wie ein wildes Tier verhält und weiterhin Abstand zu Menschen hält. "Wir untersuchen, ob sich die Tiere korrekt verhalten und ob sie immer noch Angst vor Menschen haben. Sie bekommen nur Rehe zu fressen – so wie später in der Wildnis", erklärt von Houwald.

Eine Auswilderung in der Schweiz ist derzeit nicht möglich. Einzelne in Schweizer Zoos gezüchtete Luchse konnten jedoch bereits in Deutschland ausgewildert werden. Für von Houwald ist das der entscheidende Moment: "Das ist für uns alle die Königsdisziplin, wenn man ein Tier tatsächlich auswildern kann und dann sieht, wie es sich in der Natur entwickelt."

Wenn der Nachwuchs zum Platzproblem wird

Neben der Zucht müssen die Zoos allerdings auch mit einer anderen Herausforderung umgehen: dem begrenzten Platz. Die Tiere werden dank besserer Haltung und medizinischer Versorgung immer älter. Dadurch bleibt weniger Platz für Nachwuchs. Laut Marcus Clauss vom Tierspital Zürich kann es deshalb vorkommen, dass Tiere getötet werden müssen, wenn sie genetisch in der Population bereits zu stark vertreten sind. Gleichzeitig sei die Fortpflanzung ein Grundbedürfnis der Tiere. Die Zoos stehen damit vor dem Problem, Artenschutz und Tierhaltung mit dem begrenzten Platzangebot in Einklang zu bringen.

Werbung

neo1 - Mein Radio
00:00
-00:00