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| Politik

Kanton Bern: Bürgerliches und linkes Zweierticket für Ständerat

Mit einem Zweierticket steigt das rot-grüne Lager in die Berner Ständerats-Stichwahl. Hans Stöckli (SP) und Regula Rytz (Grüne) treten beide erneut an, wie sie am Dienstag an einem Point de Presse in Bern erklärten. Die Bürgerlichen ziehen mit der Burgdorferin Christa Markwalder (FDP) und Werner Salzmann (SVP) nochmals in den Wahlkampf.

sda\ «Kontinuität und Wandel» lautet das Motto des rotgrünen Lagers für den zweiten Wahlgang. Dieser findet am 17. November statt. Stöckli und Rytz treten gegen ein bürgerliches Duo mit Werner Salzmann (SVP) und Christa Markwalder (FDP) an.

Dass die linksgrüne Lager die Kräfte bündle, habe ja Tradition, sagte Mirjam Veglio, Co-Präsidentin der bernischen SP. Die zwei ersten Plätze im ersten Umgang «nehmen wir als klaren Wählerauftrag».

Die grüne Co-Präsidentin Natalie Imboden erklärte, Stöcklis hervorragendes Resultat zeige seine starke Verankerung in der Bevölkerung. Der bisherige Ständerat aus Biel vertrete die Fragen der ökologischen Wende mit. Die Grüne Regula Rytz wiederum stehe für den Wandel.

Stöckli will auch Romands vertreten

Stöckli warb vor den Medien um die Gunst der französischsprachigen Wähler. Am Sonntag sei bekanntlich der letzte Vertreter des Berner Juras im Bundeshaus nicht wiedergewählt worden. Das sei für den Kanton Bern eine grosse Herausforderung.

«Mit meinen Kenntnissen und meinen Verbindungen werde ich versuchen, den französischsprachigen Teil des Berner Juras zu vertreten», sagte Stöckli. Das sei ein kleines Korrektiv immerhin im Ständerat.

Das Resultat vom Sonntag verpflichte ihn, im zweiten Wahlgang präsent zu sein, unterstrich Stöckli. «Er sei voll motiviert, das zusammen mit Regula Rytz zu machen. «Wir ergänzen uns, nicht nur vom Geschlecht her, sondern auch von den Themen.»

Rytz: «Bevölkerung hat eine Auswahl»

Am Sonntag sie «Unglaubliches passiert», sagte Regula Rytz. Es habe eine Verschiebung gegeben, die es in dieser Dimension noch nie gegeben haben. Zudem seien viele Frauen gewählt worden. Die Veränderung habe sie so nicht vorausgesehen. Entsprechend gebe es nun die Diskussion um die richtige Zusammensetzung des Bundesrats.

«Für mich als Grüne ist es klar, dass ich versuchen möchte, an der Seite von Hans Stöckli meine Politik im Ständerat umzusetzen», sagte Rytz. Dass es zwei Tickets geben wird, ein bürgerliches und ein rotgrünes, hat aus ihrer Sicht einen positiven Effekt: «Die Bevölkerung im Kanton Bern hat eine Auswahl.»

Bürgerliche kandidieren mit Markwalder und Salzmann

Markwalder begründete den Entscheid für ein bürgerliches Zweierticket mit Werner Salzmann (SVP) und ihr, dass es nur fair sei, den Wählenden eine wirkliche Auswahl zu bieten.

Das Zweierticket kann gemäss Markwalder auch ein Chance sein für jene Wählenden, die vom Erfolg der Grünen am Sonntag etwas überrascht worden seien und nun vielleicht nicht auch noch eine rot-grüne Standesvertretung haben wollten.

Und schliesslich sei mit ihr als Kandidatin auch die Stimme der Wirtschaft vertreten.

Dass Beatrice Simon (BDP) auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang und auf ein Nationalratsmandat verzichtet, begrüsste Markwalder. Bei einem allfälligen Wechsel von Simon aufs Bundesparkett wären im Kanton Bern Nachwahlen in die Regierung notwendig geworden und das hätte viel Bewegung in die Sache gebracht.

Simon hat auf kantonaler Ebene als Regierungsrätin stets sehr gute Wahlergebnisse erzielt. Sie soll mithelfen, die bürgerliche Mehrheit in der Regierung zu halten, so das Kalkül.

Die Stimmenzahlen vom Sonntag

Die rotgrünen Kandidierenden hatten im ersten Wahlgang die besten Ergebnisse erreicht. Stöckli obsiegte mit 122'263 Stimmen vor Regula Rytz mit 119'960 Stimmen. Salzmann folgte knapp dahinter mit 119'630 Stimmen.

Die Ränge 4 und 5 belegten Beatrice Simon (BDP) mit 82'283 Stimmen und Christa Markwalder (FDP) mit 61'904 Stimmen. Simon gab am Dienstag morgen ihren Verzicht auf die Stichwahl bekannt.

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