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AVAG: Rekordergebnis trotz Corona

Das in Thun ansässige Entsorgungs-, Recycling- und Energieunternehmen AVAG kann trotz Corona auf ein erfolgreiches Geschäfts-jahr 2020 zurückblicken. Das ist nicht selbstverständlich. Noch während dem ersten Lockdown musste die AVAG tun, was sie nie für möglich gehalten hätte: Sie forderte ihre Kundinnen und Kunden auf, die Entsorgungszentren möglichst nicht aufzusuchen, um Menschenansammlungen zu minimieren.

Diese hielten der AVAG dennoch die Treue, was zeitweilig zu einem riesigen Andrang führte. Die AVAG reagierte flexibel mit der Anpassung von Öffnungszeiten und massgeschneiderten, aufwändigen Sicherheitsdispositiven. Trotz diesem anfänglichen Andrang hinterliess Corona im weiteren Pandemieverlauf deutliche Spuren beim Geschäftsergebnis aufgrund der Schliessung von Gewerbebetrieben, Restaurants, Schulen, Hallenbädern etc. und den wegfallenden Touristen im Berner Oberland. Dies führte zu einem mengenmässigen Rückgang der Kehrichtanlieferungen aus den Gemeinden sowie zu tieferen Energiebezügen, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Heiner Straubhaar im Interview mit neo1.
Ferner führte die Coronapandemie bei gewissen Recyclingmaterialien wie z.B. Papier und Altkleidern zu massiven Nachfragerückgängen, was die Marktpreise dieser Materialien regelrecht abstürzen liess. Auch innerbetrieblich wurden Schutzmassnahmen umgesetzt, immer mit dem Ziel die betrieblichen Prozesse jederzeit aufrechtzuhalten; Die AVAG gilt mit ihren Tätigkeitsfeldern (Entsorgung, Recycling, Energie) für die Region als systemrelevant. So entsorgt sie beispielsweise infektiöse Abfälle aus Haushalten und Spitälern, was während einer Pandemie umso bedeutender ist. Gleichzeitig versorgt sie tausende Haushalte und Unternehmen mit Strom, Fernwärme und Prozessdampf. Trotz der zahlreichen Herausforderungen gelang es im Geschäftsjahr 2020 den Betriebsertrag um 3.9 % zu steigern und mit einem EBITDA-Ergebnis von 11.3 Mio. (+9.6 %)  abzuschliessen. Massgeblich dazu beigetragen hat das Kostenbewusstsein und die mengenmässige Zunahme der deponierten Abfälle von zahlreichen Bauprojekten, heisst es in einer Mitteilung der AVAG.


Digitalisierung und CO2-Reduktion auf dem Vormarsch

Bei Schwerpunktprojekten konnten im Jahr 2020 bedeutende Meilensteine erreicht werden, wie die AVAG in ihrer Medienmitteilung verlauten lässt. So steht das schweizweit einzige Holzkraftwerk Aarberg kurz vor seiner Inbetriebnahme und kann damit schon bald einen Grossteil vom Energiebedarf der Schweizer Zucker AG decken, womit rund 14‘000 Tonnen CO2 eingespart werden. Mittlerweile können die AVAG-Anlagen – so auch das Holzkraftwerk Aarberg – von Thun aus fernüberwacht und gesteuert werden. Die Kommandozentrale der KVA Thun wurde eigens dafür im Jahr 2020 neu konzipiert und modernisiert.
Auch die Fernwärme Thun AG, eine Tochtergesellschaft der AVAG, entwickelte sich gut. Während die Versorgung der Fernwärmekunden im Perimeter «Thun Nord» bereits länger zuverlässig läuft, wurde 2020 der Ausbau von drei neuen Hauptleitungen zur Erschliessung der Gebiete Uetendorf, Thun Neufeld und Steffisburg bis Spital Thun vorbereitet und inzwischen gestartet. Damit werden inskünftig noch mehr Haushalte und Betriebe von der nachhaltigen Fernwärme aus der KVA Thun profitieren und ihren CO2-Ausstoss reduzieren können.

Die Generalversammlung wurde aufgrund von Corona abermals schriftlich durchgeführt, wobei die Stimmbeteiligung bei über 90 % der Aktien lag. Die Aktionäre zeigten sich mit den Ergebnissen denn auch zufrieden. Sämtliche Anträge des Verwaltungsrats wurden einstimmig angenommen und die Wiederwahl bestätigt. (neo1 / pd AVAG)

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