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Ansturm auf Frauenclubs nach der Fussball-EM im Sommer?

Im Sommer dieses Jahres fand die Fussballeuropameisterschaft der Frauen in der Schweiz statt. Gekickt wurde unter anderem im Berner Wankdorf und in der Stockhorn Arena in Thun. Die Schweiz war erstmals Gastgeberin eines Länderturniers der Frauen. Ein Meilenstein, der bei vielen Menschen in der Schweiz das Interesse am Fussballspiel der Frauen steigerte. Schon vorher wurde Fussball als Sportart bei jungen Frauen immer beliebter. Wir haben bei Fussballvereinen in der Region nachgefragt, wie sie die Zeit nach der EM erleben. Gibt es einen Boom im Frauenfussball?

Über die letzten Jahre ist dass Interesse an Frauenteams im Fussball stetig gestiegen. Nicht nur zählen Matches immer mehr Zuschauende, auch im Nachwuchs und in den unteren Ligen spielen immer mehr Mädchen und junge Frauen. Innerhalb von zwei Jahren, zwischen 2021 und 2023, stieg die Zahl der registrierten Spielerinnen in der Schweiz von 31'400 auf über 41'000. So die Zahlen des Schweizerischen Fussballverbands SFV. Im Fussballverband Bern/Jura sind aktuell 13.2% aller Fussballspielenden Frauen. Vor 10 Jahren waren es 9.3%. Ein Aufwärtstrend ist schon länger zu erkennen. Doch was hat das diesjährige Highlight im Fussball, die EM der Frauen bei uns in der Region ausgelöst? "Das Interesse ist gross und wird noch grösser. Seit der Europameisterschaft merken wir einen Boom", so Res Zwahlen, Präsident des FC Münsingen. Zum Verein gehören ein Aktivteam der Frauen in der 3. Liga und vier Nachwuchsteams.  

Die Europameisterschaft war bei vielen Fussballvereinen aus der Region sehr präsent und doch sei dieser Event nicht ausschlaggebend dafür, dass junge Mädchen mit dem Fussballspielen starten. Salome Röthlisberger, Verantwortliche Frauenfussball beim FC Langnau, sieht einen andere Grund, warum bei Ihnen die Mädchen Fussballspielen wollen. "Für junge Mädchen ist es wichtiger, dass sie eine Kollegin haben, die mit ihnen spielt oder sie bereits jemanden kennen aus dem Team. Wir hatten kaum ein Mädchen, das wegen der Europameisterschaft mit dem Fussball angefangen hat."

Einige Vereine im Aufbau

Der SC Burgdorf habe aktuell ein U14 Frauenteam. "Es macht Sinn, dass die interessierten jungen Frauen früh beginnen mit Fussball. Wir wollen jetzt erstmal ausbilden und dann in fünf bis zehn Jahren mit genug Spielerinnen ein Aktivteam starten", so der Trainer Tim Wälterlin. Auch der FC Kirchberg ist im Aufbau eines Frauenteams. "Es gab auch mal eine Durststrecke, wo wir weniger auf die Juniorinnen geschaut haben. Seit vier Jahren sind wir aber wieder dran. Wenn es Leute gibt, die sich engagieren für den Frauenfussball, ist die Resonanz gross", sagt Rolf Matter vom FC Kirchberg. 

Vereine haben sich zusammengeschlossen

Auch zum FC Langnau gehört ein Aktivteam und zwei Juniorinnenteams bei den Frauen, so Salome Röthlisberger. "Wir haben uns mit dem FC Aemme zusammengeschlossen und können darum gut ein Team stellen im Aktiv-Frauenfussball." Andernorts arbeiten gleich vier Vereine zusammen. Biglen, Konolfingen, Oberdiessbach und Grosshöchstetten haben ihre Juniorinnenabteilungen im Sommer zum "Team Chiesetau" zusammengeschlossen. "Ich bin überzeugt, dass das eine gute Sache ist", so die Verantwortliche Joy Lara Walker, "so können wir Ressourcen zusammenlegen."

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