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Anonyme Alkoholiker

Die Gruppierungen der Anonyme Alkoholiker (AA) bieten Menschen mit Alkohol Problemen einen geschützten Raum, um Erfahrungen zu teilen und Unterstützung zu erhalten. Wir durften an einem AA-Meeting in Thun dabei sein.

Die Anonymen Alkoholiker sind eine weltweit aktive Selbsthilfeorganisation, gegründet in den 1930er-Jahren in den USA. Sie bieten Menschen mit Problemen im Umgang mit Alkohol einen geschützten, anonymen Raum. Die Treffen sind freiwillig, kostenfrei und konfessionsfrei. Hier können Betroffene ihre Geschichten teilen, sich gegenseitig unterstützen und Strategien entwickeln, um ein alkoholfreies Leben zu führen. Grundlage sind die sogenannten zwölf Schritte und zwölf Traditionen, die den Rahmen für die Treffen bilden. Dabei geht es um das Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit gegenüber Alkohol, die Suche nach einer inneren Kraft und einen respektvollen Umgang miteinander. Offene Sitzungen stehen allen Interessierten offen, während geschlossene Treffen nur für Betroffene vorgesehen sind.

Roland, einer der Teilnehmer, gründete die AA-Gruppe in Thun vor 30 Jahren. „Mein Weg mit dem Alkohol hat früh gestartet. Zuerst als Jugendlicher, wollte man dazugehören und mit saufen. Danach hat sich das Trinken verselbstständigt und wurde immer mehr Teil meines Lebens. Es hat mir sehr geschadet.“ Von unzähligen schwierigen Momenten, wie dem Aufwachen gefesselt an einem Krankenhausbett, erzählt er mit Bedacht: „Ich bin nicht stolz auf diese Geschichten. Viele mussten unter meiner Sucht leiden, und wenn nicht meine Frau mir damals ein Ultimatum gesetzt hätte, dann wäre ich heute nicht mehr da.“

Auch Mäggi, eine weitere Teilnehmerin, hat eine intensive Geschichte mit Alkohol. Bei ihr begann die Sucht später, trotz belastender familiärer Erfahrungen: „Meine Eltern waren beide alkoholsüchtig, und ich wusste, dass ich es nicht so enden lassen wollte. Aber mit der Zeit, vor allem auf dem Campingplatz, kam das Trinken doch zum Zug und wurde immer mehr Teil meines Lebens.“

Die Auswirkungen von Alkohol betreffen nicht nur die Betroffenen selbst. Partnerinnen, Partner, Kinder und Freund:innen erleben die Folgen über Jahre. Hier setzt die Arbeit von Al-Anon an, einer Organisation für Angehörige von Suchtkranken. Irene, selbst Teilnehmerin, erklärt: „Viele Partnerinnen und Partner von suchtkranken Menschen geraten in eine Co-Abhängigkeit. Man macht es sich zur Aufgabe, die suchtkranke Person zu unterstützen, versteckt den Alkohol und versucht, das Kartenhaus aufrechtzuerhalten. Was dabei vor allem passiert, ist, dass man sich selbst vergisst und nicht mehr zu sich selbst schaut.“

Al-Anon bietet Angehörigen einen geschützten Raum, um über ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen und Unterstützung zu erhalten. Die Arbeit von AA und Al-Anon zeigt, dass Alkoholabhängigkeit eine gesellschaftliche Dimension hat und nicht nur die Betroffenen betrifft. Die Selbsthilfegruppen helfen, Verantwortung zu teilen, Grenzen zu setzen und langfristig ein Leben ohne Alkohol zu ermöglichen.

Infos und Hilfe findet ihr unter: anonyme-alkoholiker.ch und al-anon.ch

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