Werbung

| Wochengespräch

"Als Iranerin fühlt man sich nie frei, egal wo man lebt"

Als Bernerin mit Wurzeln im Iran, lassen die aktuellen Proteste im Iran Behnaz Götz nicht los. Seit knapp zwei Wochen protestiert die iranische Bevölkerung , kämpft gegen die Unterdrückung und für ein freies Leben. Iranerinnen und Iraner riskieren dabei ihr Leben, denn die Regierung will die Proteste mit Gewalt stoppen. Die Situation im Iran beschäftigt auch Menschen aus aller Welt, die im Iran verwurzelt sind. Sie wissen genau, was dort Schreckliches geschieht, können aus der Ferne ihren Verwandten und Freunden aber nicht wirklich helfen. Eine von Ihnen ist Behnaz Götz. Die Bernerin erzählt im Wochengespräch, was im Iran im Moment abgeht und was sie sich unter anderem von der Schweiz wünscht. 

"Iranerinnen und Iraner werden seit langer Zeit unterdrückt und kontrolliert. Die Unzufriedenheit wächst und wächst. Die Proteste, die sich im Moment abspielen sind eine Mischung aus Verzweiflung und Hilflosigkeit. Die Menschen sehen keinen anderen Ausweg aus ihrer Situation. Sie haben keine Perspektive, keine Zukunft", erklärt Behnaz Götz die Lebensumstände im Iran. Seit Jahrzehnten gelten Kleidungsvorschriften. Unter anderem dürfen Frauen nur mit Kopftuch aus dem Haus und auch Männer dürfen nicht öffentlich in T-Shirts herumlaufen, so Götz. Ob alle Regeln eingehalten werden, kontrolliere die sogenannte Sittenpolizei. Dazu kommt Inflation und Arbeitslosigkeit trotz guter Bildung, erzählt die Bernerin.

Viele Iranerinnen und Iraner im Ausland leiden mit
"Die Regierung geht brutal vor. Das haben wir in den letzten Jahren immer wider erlebt. Das Internet ist komplett abgestellt. Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie. Nur ganz selten schafft es mein Bruder mit etlichen Tricks, mir zu schreiben", so Behnaz Götz. Als Iranerin fühle man sich überall auf der Welt wie eingesperrt. "Ich fühle mich auch hier, in Bern nicht frei, weil meine Wurzeln im Iran sind. Meine Familie und meine Freunde sind in Gefahr. Ich fühle mich elend mit der Situation. Es tut weh, die Situation von aussen zu verfolgen und nichts machen zu können." 

Werbung

neo1 - Mein Radio
00:00
-00:00