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Alkohol in der Migros: Gegen die Grundsätze oder eine geschäftliche Chance?
Seit Anfang dieser Woche ist das Kuvert bei den Migros Genossenschafterinnen und Genossenschafter eingetroffen. Normalerweise geht es um die Frage ob die Jahresrechnung der Migros genehmigt wird - dies Mal jedoch um einen Grundsatzentscheid, welcher viel zu reden gibt.
Darf die Migros künftig Alkohol verkaufen oder nicht?
Was in den Migros Töchtern Denner und Migrolino normal ist, soll auch schon bald in den Migros Supermärkten alltäglich sein.
Die Frage spaltet die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter, aber vor allem die Sucht-Verbände. Der Fachverband für Alkohol und Drogenprobleme "Sucht Schweiz" macht zum Beispiel eine grosse Kampagne über die sozialen Medien. Wenn die Migros künftig Alkohol verkauft, dann wäre dies für die Menschen, welche alkoholkrank sind ein grosses Problem, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Zurzeit können diese Menschen ohne Sorgen in der Migros einkaufen und würden gar nicht in die Versuchung kommen, Alkohol zu kaufen.
Ähnlich tönt es von der Allianz Gesunde Schweiz. Nebst den Leuten mit einem Alkoholproblem, sei es auch für Jugendliche nicht gut, wenn der Alkohol einfach in der Migros zu haben ist.
Kritik gibt es auch aus den eigenen Migros-Reihen. Die Gruppe für M-Werte, bestehend aus ehemaligen Kadermitarbeitenden, betont dass der Alkoholverkauf gar nicht zu den Werten der Migros passe.
Die Migros selber sagt, die Diskussion sei ganz im Sinn des Erfinders Gottlieb Duttweiler. Das sei die gelebte Demokratie der Migros.
Nicht wenig Verbände und auch die Migros selber haben aber auch schon positiv über den Alkoholverkauf gesprochen. Das Verbot sei nicht mehr zeitgemäss und falls es möglich wäre Alkohol zu verkaufen auch eine grosse geschäftliche Chance. Die Genossenschafter:innen können bis am 4. Juni abstimmen. Bei einem Ja könnte die Migros ab 2023 Alkohol verkaufen.
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