Bei der Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" ging es darum, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen (Bild: zvg Frieda / Nathalie Jufer)
Werbung
Aktion 16 Tage gegen Gewalt an Frauen ist wichtig, aber von Politik überschattet
Gestern ging die nationale Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" zu Ende. Die Organisation Frieda, welche die Kampagne organisiert, zieht ein positives Fazit. Es sei wichtig, den Fokus auf Gewalt gegen Frauen - und in diesem Jahr besonders auf Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen - zu legen. Gleichzeitig zeigten Entscheide aus dem Bundeshaus, dass es noch mehr braucht.
Mit Workshops, Anlässen und verschiedenen Aktionen wurde schweizweit auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. Im Rahmen der Aktion haben sich viele lokale Organisationen mit dem Thema befasst und damit auch dem diesjährigen Fokusthema "Gewalt gegen Frauen und queere Menschen mit Behinderung" eine Plattform gegeben. Das sei von vielen Besucherinnen und Besuchern sehr positiv gewertet worden. Auch die Organisation Frieda selbst habe gemerkt, wo ihre Angebote noch nicht barrierefrei waren, sagt die Verantwortliche von Frieda, Anna-Béatrice Schmaltz auf Anfrage von neo1. Auch von Behindertenorganisationen seien die Rückmeldungen sehr gut gewesen.
Doch noch immer gebe es zuviel Gewalt an Frauen. Das zeigen die Zahlen eindeutig. So wurden allein in diesem Jahr schon 27 Tötungsdelikte als sogenannte Femizide gewertet. Hinzu kommen tausende Fälle von häuslicher Gewalt wie Drohungen, leichte Körperverletzung und Beschimpfungen, sowie hunderte Fälle von schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung, wie die Zahlen des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2024 zeigen.
Es brauche daher in der Gesellschaft noch mehr Aufklärung, sagt Schmaltz weiter. Das habe diese Woche nicht zuletzt die Diskussion rund um die Aufstockung des Bundesbeitrages für die Prävention von Gewalt an Frauen gezeigt. Der Nationalrat hat die Erhöhung um eine Million Franken knapp abgelehnt, was gerade von linken und Frauenrechtskreisen stark kritisiert wurde. Der Ständerat hat am Mittwoch die Aufstockung seinerseits genehmigt, womit der Entscheid an den Nationalrat zurückgeht. Die Ablehnung des Nationalrats zeige, dass es noch immer an Bewusstsein für die Problematik mangle, sagt Anna-Béatrice Schmaltz weiter.
Selber betroffen von häuslicher Gewalt?
Betroffene von häuslicher Gewalt und ihre Angehörigen finden bei der Opferhilfe Schweiz Unterstützung.
Werbung
