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| Gesellschaft

60 Prozent mehr ältere Leute in 30 Jahren: Langnau reagiert

Der Anteil der älteren Bevölkerung wird in naher Zukunft stark ansteigen. Um auf diese Herausforderung vorbereitet zu sein, wurde in Langnau ein neues Altersleitbild entwickelt. Dies soll kurzum verabschiedet und genehmigt werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die Bevölkerungszahl der bis 65-Jährigen der neun Gemeinden des Oberen Emmentals von 2021 - 2050 um etwa 14% sinkt, der Anteil der älteren Bevölkerung über 65 im gleichen Zeitraum aber um 59% steigt. In Anbetracht dieser Zahlen wird sofort deutlich, dass es ein neues Altersleitbild braucht, das letzte datiert nämlich von 2004.  "In der Zwischenzeit hat sich viel verändert. Die Gesellschaft entwickelt sich rasanter und anders als noch zu dieser Zeit. Auch die Digitalisierung hat exponentiell zugenommen", sagt die zuständige Gemeinderätin Daniela Bärtschi im Interview mit neo1. "Das sind alles Faktoren, die angepasst werden mussten."

Zusammenarbeit mit Expert:innen
Mit dem neuen Altersleitbild soll nun eine Grundlage für die Gestaltung der Alterspolitik gelegt werden, damit werden die Rahmenbedingungen und grundlegenden Werte definiert, anhand derer sich Alterspolitik in den kommenden Jahren entwickeln soll.  Die Gemeinden des Oberen Emmentals haben dieses Leitbild zwischen 2020 und 2021 gemeinsam erarbeitet.  Dies in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten, Expert:innen und Senior:innen.

Acht Handlungsfelder definiert
Anhand von acht Handlungsfeldern (Gesundheit, Mobilität, Sorgende Gemeinschaft, Leben im Dorf, Sinnfragen, Information, Migration und Finanzielle Absicherung) wurden die IstSituation und die Herausforderungen herausgeschält, strategische Ziele definiert und Massnahmen vorgeschlagen. Konkrete Projekte sind aber noch keine definiert, sagt Daniela Bärtschi.

Kommunikation ist zentral
"Ein zentrales Thema in all diesen Bereichen ist sicher die Kommunikation und Information. Wo informieren wir uns über Wohnen im Alter und wo finden wir Hilfe für den Einkauf? Wer führt Bewegungskurse durch? Wo gibt es Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum?" Weiter betont Bärtschi, dass sich die Gemeinden auch die Frage stellen müssen, ob es sogar eine zentrale Fachstelle «Alter» braucht. "Eine enge Zusammenarbeit steht noch in den Sternen, aber da sich alle Gemeinden mit diesen Fragen befassen müssen, wäre es sicher sinnvoll, Synergien zu nutzen. Über welche lässt sich noch diskutieren."

Im Moment ist das Leitbild noch in der Vernehmlassung beim Gemeinderat. Nach der Genehmigung gibt es dieses Leitbild dann einerseits als ausführliche Behördenfassung, andererseits bald auch als kompakte Kurzfassung für die gesamte Bevölkerung.

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