Im Gewächshaus werden beispielsweise Gurken angepflanzt (Bild: neo1/ Jasmin Wüthrich)
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50 Jahre Bundesgerichtsurteil zu Gewächshausgemüse
Gurken, Tomaten, Auberginen oder Salat. Alles Gemüse, das in Schweizer Gewächshäusern wächst. Diese Gewächshäuser sind heute in der Schweiz kaum mehr wegzudenken. Vor etwas mehr als 50 Jahren hat das aber noch anders ausgesehen. Bis ein Entscheid des Bundesgerichts den Gewächshäusern den Weg geebnet hat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Energie Mangelware, und darum waren Gewächshäuser, die viel Energie brauchen, unbeliebt. Gemüse aus Gewächshäusern hatte bis 1976 auch keinen Importschutz. Das hat sich aber am 25. Juni 1976 geändert. Damals hat das Bundesgericht entschieden: Gewächshaus-Gemüse ist ein landwirtschaftliches Erzeugnis. Und so hat es dann den Schutz vor ausländischem Gemüse erhalten. Ein denkwürdiger Tag für Fredi Schwab. Er war vor 50 Jahren Direktor des Verbands der Schweizer Gemüseproduzenten. Schwab sagt, wenn es dieses Urteil nicht gegeben hätte: «Es würde viel mehr Geld für Importgemüse ausgegeben werden. Das käme aus Ländern, wo man nicht genau weiss, wie produziert wird. Also wie ökologisch angebaut wird und welche Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.» In der Schweiz seien dagegen die Kontrollen strenger. «Es ist fast nicht vorstellbar, wo wir heute ohne das Urteil wären. Wir hätten klar weniger Vielfalt auf den Tellern», so der Alt-Direktor des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten. Das Urteil hat den Gewächshäusern in der Schweiz den Weg geebnet. Und ohne sie ginge es in der Schweiz nicht mehr, ergänzt Fredi Schwab.
Im Juni jährt sich der Entscheid des Bundesgerichts zum 50. Mal. Am Mittwoch hat der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten in Niederbipp einen Anlass zum Jubiläum gemacht. Dabei ging es auch darum, welche Herausforderungen es beim Gemüseanbau heute gibt. Beat Bösiger, Verwaltungsratspräsident der Bösiger Gemüsekulturen AG in Niederbipp, sagt: "Es beginnt beim Wetter. Wir müssen jeden Tag schauen, wie der Wetterbericht aussieht und Anpassungen machen. Das Wetter beeinflusst die Pflanzung, die Schätzung der Erntemenge oder auch die Kulturpflege." Dazu kommen die Ansprüche der Detailhändler. Also die Grösse der Tomaten oder die Krümmung der Gurken. Die Herausforderungen werden nicht kleiner. Aber es gehe auch vorwärts, erklärt Beat Bösiger. "Es wird immer mehr Technologie eingesetzt. Künstliche Intelligenz und Robotik sind da zwei Stichworte. Roboter zum Jäten sind immer verbreiteter."
Wie der Gemüseanbau in ein paar Jahren aussieht, sei aber schwierig zu sagen. Gerade auch, weil zum Beispiel der Klimawandel den Anbau immer unberechenbarer macht, ergänzt Beat Bösiger von der Bösiger Gemüsekulturen AG in Niederbipp.
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