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120 Jahre Porzellanfabrik Langenthal
Die Porzellanfabrik Langenthal feiert am 4. Juli ihr 120-jähriges Bestehen. Das Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück – steht heute aber wie viele Hersteller vor wirtschaftlichen Herausforderungen.
Die Porzellanfabrik Langenthal wurde am 4. Juli 1906 gegründet. Damals wollten die Initianten hochwertiges Porzellan in der Schweiz herstellen, statt es zu importieren. Aus der Fabrik entwickelte sich über die Jahrzehnte ein Anbieter für Porzellan, Glas, Besteck und weitere Produkte für die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung.
Produziert wird heute nicht mehr in Langenthal. Nach einer Fusion mit weiteren Unternehmen der Gruppe wurde die Herstellung nach Karlsbad in Tschechien verlegt. "Die Produktion in der Schweiz würde sich nicht rentieren. Nur so können wir langfristig bestehen", sagt Geschäftsführer René Trösch. In Langenthal befinden sich heute der Firmensitz, ein Lager sowie ein Showroom, der vor rund zwei Jahren in einer ehemaligen Ofenhalle eröffnet wurde. Dort können sich Interessierte über das Sortiment informieren und Produkte direkt kaufen.
Die wirtschaftliche Lage sei anspruchsvoll, sagt Trösch. Die Gastronomie und Hotellerie – die wichtigsten Kundengruppen – verzeichneten weniger Gäste und investierten deshalb zurückhaltender in neues Geschirr. Gleichzeitig steige der Konkurrenzdruck durch günstigere Anbieter aus dem Ausland. "Mit den Preisen können wir nicht mithalten. Deshalb setzen wir auf Qualität und kleinere Auflagen", so Trösch.
Zum 120-Jahr-Jubiläum lädt das Unternehmen am 4. Juli zu einem Tag der offenen Tür ein. Für Geschäftsführer Trösch zeigt das Interesse aus der Bevölkerung, dass die Porzellanfabrik in Langenthal weiterhin einen hohen Stellenwert hat: "In fast jeder Familie in Langenthal hat früher jemand in der Porzellanfabrik gearbeitet. Diese Verbindung spüren wir bis heute."
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