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| Wochengespräch

Jugendliche mit Beeinträchtigung und Sexualität - Patrick Kollöffel im Wochengespräch

Wo brauchen junge Menschen mit einer Behinderung Information und Unterstützung, damit sie ihre Sexualität selbstbestimmt leben können und vor Übergriffen geschützt sind? Diese Frage ist die Stiftung Berner Gesundheit mit einer Studie angegangen. Denn: Es fehlt an Möglichkeiten für Jugendliche mit Beeinträchtigung, sich über das Thema Sexualität auszutauschen und Informationen dazu zu erhalten. Und: den Jugendlichen wird oft gar nicht richtig zugehört und es wird über ihre Köpfe hinweg entschieden. Patrick Kollöffel, Projektleiter der Studie erzählt im Wochengespräch warum gerade digitale Medien da helfen können und warum das Thema Beeinträchtigung und Sexualität uns alle etwas angeht.

Im Rahmen des Pilotprojekts «S&B – Sexualität selbstbestimmt leben mit Beeinträchtigung» hat die Stiftung Berner Gesundheit die Bedürfnisse von Jugendlichen/jungen Erwachsenen mit einer kognitiven, sinnlichen, psychischen und/oder physischen Beeinträchtigung zu den Themen Sexualerziehung, sexuelle Grenzen, Freund/Freundin kennenlernen sowie digitale Medien erhoben. Eins ist dabei klar: "Jugendliche mit einer Beeinträchtigung haben genau die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie junge Menschen ohne Beeinträchtigung", so Patrick Kollöffel, "wir wollen alle geliebt und akzeptiert werden, wollen etwas bewegen, uns verlieben und schöne körperliche Gefühle erleben, auch auf eine sexuelle Art und Weise." Das Problem dabei sei, dass die Erwachsenen, die nicht beeinträchtigt sind, oft denken, dass sie selbst besser wissen, was gut für die Jugendlichen sei, so Patrick Kollöffel. Das heisst: "Die Jugendlichen sind oft direkt abhängig von den Erwachsenen und damit auch davon, ob sie ihnen ein Angebot machen, Fragen zum Thema Sexualität zu stellen, ein Angebot zur sexuellen Entwicklung." Fehle dieses Angebot, fehle den Jugendlichen auch ein wichtiger Teil ihrer Entwicklung und ein Teil des Erwachsenwerdens. Genau darum sei es wichtig, dass es breite Angebote zum Thema Sexualität für Menschen mit Beeinträchtigung gebe, so Patrick Kollöffel. 

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