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Die Täuferverfolgung im Emmental

Verfolgt, verbannt, hingerichtet – die Täuferverfolgung im Emmental.

Über 300 Jahre waren die Täufer und Täuferinnen in Europa, auch im Emmental nicht sicher. Nach der Reformation 1528 bildeten sich immer mehr Täufer Gruppierungen, welche von der Obrigkeit nicht toleriert wurden. Die Täufer wollten eine Glaubenstaufe einführen, heisst die Gläubigen erst erwachsen und nicht als Kinder taufen. Zudem lehnten sie bereits dann jegliche Gewalt ab und verweigerten den Militärdienst.

Wenn ein Emmentaler Täufer gefangen wurde, sperrte sie die Obrigkeit im Schloss Trachselwald ein, bevor sie danach in das Gefängnis «Insel» in Bern gebracht wurden. Zudem wurde ihnen der Hof und das Haus enteignet, die zurückgebliebene Familie musste ab da an eine Pacht zahlen. Die meisten Gefangenen wurden verjagt - häufig auch in den Jura – und durften nicht mehr nach Hause gehen. Wenn sie trotzdem wieder zu Haus, Hof und Familie reisten wurde ihnen eine grössere Strafe auferlegt. Einige kamen auf die Galeere, wo viele vor Hunger und Erschöpfung starben oder wurden direkt hingerichtet. Im Kanton Bern wurden zwischen 1534 und 1540 mindestens 158 Täufer gefangen gesetzt. Davon wurden 109 ausgewiesen und 26 hingerichtet.

Der letzte in Bern offiziell hingerichtete Täufer war Hans Haslibacher. Er war nicht nur aus ganzer Überzeugung Täufer sondern war auch als Lehrer unterwegs. Der Sumiswalder wurde 1571 beim Gerechtigkeitsbrunnen in Bern durch das Schwert hingerichtet. Bis heute ist er einer der bekanntesten Täufer, da es über seine Hinrichtung auch ein Lied gibt. Dies wird besonders von den Amischen in Pennsylvania, USA gesungen und verehrt.

Ein beliebter Ort für interessierte und Nachkommen von Täufer/Mennoniten ist noch heute das Täufer Versteck im Trub. Christen Fankhauser hat dieses für sich und seine Glaubensfreunde im 18. Jahrhundert auf seiner Heubühne gebaut. Trotz dem guten Versteck wurde Christen gefasst und verbannt. Er hatte im Trub ein eigener Hof, starb danach als einfacher Melker im Jura.

Seit September kann im Schloss Trachselwald dank der Ausstellung «Wege zur Freiheit» die Geschichte der Täufer kennengelernt werden. Die Ausstellung schaut zurück auf die 300 Jahre der Verfolgung, aber auch in die Zukunft und der Versöhnung.

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