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Häuser in Gümligen besetzt und wieder geräumt

In Gümligen hat die Berner Kantonspolizei am Montag zwei besetzte Häuser geräumt. Es handelt sich um Gebäude, welche bereits im vergangenen Herbst gut zwei Tage lang besetzt worden waren.

Die Eigentümerin der beiden Gebäude, die Burgergemeinde Bern, bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Kurzmeldung der "Anarchistischen Gruppe Bern" auf Twitter. Mediensprecherin Stefanie Gerber Frösch sagte weiter, die beiden Häuser seien in der Nacht auf den vergangenen Freitag besetzt worden.

Dies von einem Kollektiv mit dem Namen "L@s veci@os amables" (spanisch für "freundliche Nachbarinnen und Nachbarn"). Unter diesem Namen waren schon die Besetzerinnen und Besetzer von Herbst 2021 aufgetreten.

Das Kollektiv habe am Freitagmorgen die Burgergemeinde über die Besetzung informiert, worauf letztere zwei Vertreter zum Gespräch eingeladen habe. Dort habe die Burgergemeinde die Situation und ihre Position erläutert und das Kollektiv aufgefordert, die Liegenschaften bis Montag zehn Uhr zu verlassen.

Das Kollektiv habe aber an der Häuserbesetzung festgehalten. Deshalb habe die Burgergemeinde bei der Polizei - wie gegenüber den Besetzern angekündigt - die Räumung beantragt. Sie dulde keine Häuserbesetzungen.

Auf Anfrage hiess es bei der Berner Kantonspolizei, bei der Räumung habe sie drei Personen angetroffen. Diese seien für weitere Abklärungen auf eine Wache gebracht worden. Nach weiteren Abklärungen zum Zustand der Gebäude werde die Polizei die Liegenschaften der Eigentümerin übergeben, so Mediensprecherin Lena Zurbuchen.

Angeboten für ukrainische Flüchtlinge

Die beiden Häuser befinden sich an der Worbstrasse 104 respektive 108 und waren im September 2021 ebenfalls etwa zwei Tage lang besetzt worden. Damals räumte die Polizei die Häuser auf Verlangen der Gemeinde Muri bei Bern. Gümligen gehört zu dieser Gemeinde.

Ein paar Tage später beschloss das Muriger Lokalparlament, die beiden Häuser der Burgergemeinde Bern zu verkaufen. Diese will dort laut Parlamentsunterlagen Mietwohnungen und ein Ladenlokal für Landwirte einrichten, welche ihre Produkte direkt vermarkten wollen. Zuerst müssen die beiden Gebäude aber saniert werden.

Der genaue Sanierungsumfang der beiden als erhaltenswert eingestuften Objekte sei noch nicht bekannt, sagt Stefanie Gerber Frösch von der Burgergemeinde Bern. Als Zwischennutzung habe die Burgergemeinde die Liegenschaften als Asylunterkunft für ukrainische Flüchtlinge angeboten.

Trotz Verbarrikadierung

Im vergangenen Herbst liess die Gemeinde Muri die beiden Häuser nach der Räumung durch die Polizei verbarrikadieren. "Dennoch schafften es die Besetzerinnen und Besetzer, ins Haus einzudringen", schreibt nun die Burgergemeinde Bern. (Keystone-SDA)

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