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Durch die Pension auf der Suche nach neuer Erfüllung: Autor Werner Adams

Viele freuen sich auf den "letzten Lebensabschnitt", die Pension. Doch Werner Adams riss diese den Boden unter den Füssen weg: "Das Wegfallen vieler Kontakte aus meinem beruflichen Alltag war schlimm für mich". Dies führte dazu, dass Werner Adams mit der Familienforschung ein bestehendes Hobby ausbaute. Heute schreibt er Geschichten, die in anderen Zeiten spielen. 

Der gelernte Spediteur war schon immer eine kontaktfreudige Person. In seinem Job (zuletzt im Personalwesen) konnte er diese Eigenschaft bestens ausleben. Zusätzlich zum Verlust vieler Kontakte durch die Pension erschwerte ihm zusätzlich der Umzug von seiner Heimat Zürich ins Bernbiet den Einstieg in den Lebensabschnitt ohne geregelten Tagesablauf. Doch Werner Adams entdeckte durch Forschung in seiner eigenen Familiengeschichte, dass er nicht nur gerne in Archiven stöbert, sondern dass ihm auch das Schreiben von Geschichten liegt. 

Immer wieder "fliegen" ihm spannende Persönlichkeiten zu 

So kommt es, dass er im Alter von mittlerweile 77 Jahren in seinen Büchern historischen Persönlichkeiten neues Leben einhaucht und anhand von  Daten ungefähr rekonstruiert, was diese Menschen erlebt haben könnten. Die Daten entnimmt er verschiedenen Archiven, Akten oder Kirchenbüchern. "Diese Daten wären eigentlich als Volkseigentum für uns alle einsehbar und sie sind ein riesiger Fundus an spannenden Lebensgeschichten", sagt Adams im Interview mit neo1. Sein Fachgebiet ist die Zeit zwischen 1770 und 1840. Dort fühle er sich beim Schreiben am wohlsten. Und immer wieder stösst er bei Arbeiten an einer Geschichte bereits auf den Stoff für eine nächste Schreiberei. 

Auf die Frage, was denn seine Figuren zu seinen Schreibarbeiten über sie sagen würden, schmunzelt er: "Das habe ich mir auch schon überlegt. Ob sie mir dann eins über den Kopf ziehen würden und sagen - "He du, was hast du da aus mir gemacht?!" - ....mit der einen oder anderen Person wäre ein Austausch sicherlich mal spannend". 

Reisen nicht nur in der Zeit, sondern auch um die Welt

Mittlerweile verlegt Adams seine Bücher auch selbst und illustriert diese zusammen mit Kunstinteressierten aus der Region. Er schätzt es, sich dies insbesondere finanziell erlauben zu können. Bei diversen Verlagen scheiterten seine Anfragen, da diese lieber in jüngere Autor*innen investieren und dies auch offen kommunizieren. 

Der 77-Jährige hofft, noch möglichst lange im Leben von historischen Personen unterwegs sein zu können und über diese zu schreiben. Auch künftig möchte er sich also als Autor betätigen. Dazu möchte Werner Adams - sofern dies die Pandemielage erlaubt - gerne wieder Reisen gehen, um fremde Länder und Kulturen zu entdecken. 

 

 

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