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| neo1 Porträt

"Ich musste am Rollator gehen und das mit 27 Jahren", Angela Liechti aus Konolfingen

Biken, Wandern, Boarden, egal ob auf dem Wasser oder auf Schnee, Angela Liechti ist am Liebsten draussen unterwegs. Wenn nicht, dann bastelt, malt oder arbeitet kreativ mit den Händen. Im Moment ist die 27-jährige bei all dem eingeschränkt. Nach einem Zeckenbiss im Mai 2022 hatte sie eine Hirnhautentzündung und kämpft noch immer mit den Folgen.

Angela ist eine sehr fröhliche und gütige junge Frau. Sie liebt es anderen Menschen eine Freude zu machen und sie mit selbst gemachten Geschenken zu überraschen. Um die 27-jährige Konolfingerin ist es immer lustig und auch chaotisch. Auch wenn sie bereits zu Schulzeiten die Stabilostifte immer akkurat eingeräumt hatte. "Für das kreative Arbeiten habe ich es nicht gerne wenn der Schreibtisch chaotisch aussieht. Meine Sachen sind stets sortiert. Dafür bringe ich andere Sachen durcheinander", lacht Angela im Gespräch mit neo1.

Nach der Ausbildung zur Pharmaassistentin bliebt Angela nicht lange auf dem Beruf. Aktuell arbeitet sie im Inselspital in Bern, Daneben hilft sie seit Jahren auch in der Bar ihres Vaters, beim Bahnhof in Konolfingen, mit. Sie hat gerne viel zu tun, Überstunden sind für Angela sogar willkommen. 

Seit einem halben Jahr ist sie aber eingeschränkt in ihrem Alltag. Bei einem Bike-Ausflug in der Region hat Angela ein Zeckenbiss aufgelesen. Dieser hat bei ihr eine Hirnhautentzündung ausgelöst. Frühsommer Meningoenzephalitis heisst dies im Fachbegriff. Die 27-jährige hatte ein kribbeln in der rechten Hand. "Das hat sich dann bei der Arbeit immer mehr den Arm hochgezogen bis ich es schliesslich in beiden Armen spürte. Als dann im Spiegel auf der Toilette meine Pupille nicht mehr reagierte, ging ich sofort auf den Notfall", erzählt Angela. 

Sie wurde sofort behandelt. Anfangs konnte sie den rechten Arm nicht mehr benutzen. Sie konnte nicht mehr gehen und war auch inkontinent. "Ich konnte nur noch am Rollator gehen und das mit 27 Jahren", ist Angela noch immer etwas ungläubig. Auch ein halbes Jahr später kämpft sie sich noch immer ihren Weg zurück in den Alltag. "Zum Glück sind die Nerven in meinem Arm zurück gekommen und ich kann auch wieder normal gehen. Aber mehr als ein, zwei Stunden am Stück arbeiten liegt noch nicht drin. Wenn zwei Menschen im gleichen Raum miteinander sprechen, muss ich einen Satz drei, vier Mal lesen und verstehe ihn noch immer nicht", erklärt Angela Liechti. Das Hirn hat sich noch nicht komplett von der Entzündung erholt. "Das schlimmste ist, dass dir niemand sagen kann, wie lange es dauert und ob alles wieder zurück kommt."

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