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| Wochengespräch

"Es gäbe noch viel Spannendes zu machen" - Renate Strahm nach 16 Jahren im Gemeinderat Langnau

Fast die Hälfte ihres Lebens hat Renate Strahm für die Gemeinde Langnau politisiert. Seit 28 Jahren ist sie in der Gemeindepolitik. 16 Jahre davon war sie Gemeinderätin. Per Ende Jahr verabschiedet sich die SP-Frau von der Gemeindepolitik. Mit neo1 schaut sie auf diese Zeit zurück und spricht darüber, ob ihr das Thema Oberstufenzentrum und Schulmodell verleidet ist, oder ob sie es - quasi aus der Ferne - weiterverfolgen wird.

Ihr Thema war die Schule. Renate Strahm hatte 14 Jahre lang das Ressort Bildung unter sich und war damit Präsidentin der Schulkommission. Dabei hat sie auch einen wichtigen Wechsel miterlebt: "Ich bin zu einer Zeit eingestiegen, als der Kanton geleitete Schulen einführte. Das heisst, dass Schulleiter:innen mehr Aufgaben übernommen haben, im täglichen Leben der Schule", so Renate Strahm.  Zu diesem Zeitpunkt habe es in Langnau noch zwei verschiedene Schulen gegeben, die separat voneinander organisiert waren: einerseits der Kindergarten, die Primar- und die Realschule, auf der anderen Seite die Sekundarschule. "Die sind historisch so gewachsen. Das war aber etwas vom Ersten, was wir gemacht haben: Diese zwei Schulen zusammengeführt, unter einer Gesamtschulleitung." Das sei für Langnau besser gewesen als ein so kompliziertes Gebilde, sagt Renate Strahm.

Die grösste Herausforderung: Das neue Schulmodell für die Oberstufe

Gegen Schluss ihrer Amtszeit wurde es nochmals intensiv. Als zuständige Gemeinderätin hatte Renate Strahm die Aufgabe ein Oberstufenzentrum für Langnau zu entwickeln und dabei gleich ein moderneres Schulmodell einzuführen. "Ich habe das vielleicht etwas unterschätzt", so Renate Strahm. Die Idee wäre es gewesen, das Schulmodell von unten nach oben zu entwickeln, das heisst von der Schule, den Lehrerinnen und Lehrern aus. "Dort kam dann vielleicht immer noch zum Tragen, dass es zwei verschiedene Schulen sind. Dass wir dem vor dem Prozess zu wenig Beachtung geschenkt haben", meint die Gemeinderätin. "Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn man das anders organisiert hätte." Denn: Die Lehrkräfte wurden sich nicht einig darüber, welches Schulmodell eingeführt werden soll, das Projekt geriet ins Stocken. Auch aus dem Grossen Gemeinderat gab es kritische Stimmen und am Schluss entschied sich das Parlament nicht für den Vorschlag, den Renate Strahm favorisiert hätte. "Ich war vielleicht auch etwas verwöhnt. Bis dahin sind alle Anliegen und Vorstösse von mir bewilligt worden. Zum Schluss gab es halt noch ein Geschäft, das nicht so realisiert wurde wie ich mir das vorgestellt hatte, aber das gehört auch dazu", fasst Renate Strahm zusammen. 

 

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