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Neue Jugendabteilung im Regionalgefängnis Thun ein Erfolg

Anfang Jahr wurde im Regionalgefängnis Thun die neugeschaffene Jugendabteilung in Betrieb genommen. Seither gebe es klar weniger Gewalt, Sachbeschädigungen aus Langeweile oder Selbstverletzungen, sagt Gefängnisdirektor Ulrich Kräuchi. Der Berner Sicherheitsdirektor Regierungsrat Philipp Müller betonte, Jugendliche bräuchten in einer solch sensiblen Zeit im Gefängnis ein besonderes Setting, damit ihr Leben nicht in falsche Bahnen gelenkt werde. "Jugendliche sollen nicht in einen Kreislauf geraten von Gefängnisaufenthalt, Delikt, Gefängnisaufenthalt und Delikt usw, denn dann wird es immer schwieriger. Sie müssen nach ihrem Aufenthalt wieder in eine normales Leben übergehen können."

Mit Kuscheljustiz habe das allerdings nichts zu tun, es sei und bleibe ein Gefängnis. Gegenüber früher, als Jugendliche bei vorübergehenden Aufenthalten im Gefängnis mit erwachsenen Strafgefangenen die Zelle teilen mussten, ist heute vor allem die Betreuungssituation verbessert. Die Jugendlichen bleiben unter sich und wohnen in einer Wohngruppe. Dort werden sie bei Beschäftigungen wie Kochen oder Werken angeleitet, lernen und treiben Sport, aber das Wichtigste sei, dass Fachpersonen ihnen für Gespräche zur Verfügung stünden, erklärt Ulrich Kräuchi, denn alle Jugendlichen bräuchten jemanden zum Reden. Die Jugendlichen bleiben allerdings nicht lange in Thun. Im Durchschnitt sind sie nur gerade 24 Tage dort, denn die meisten kommen für eine Art TimeOut - zum Beispiel wenn es im Jugendheim Schwierigkeiten gibt. Während für sie eine andere Lösung gesucht wird, ist die Jugendabteilung eine Zwischenlösung. Einige verbringen auch eine Untersuchungshaft in Thun. Der grösste Teil der Jugendlichen in der Abteilung ist unter 18-jährig. Alle Jugendlichen, bei denen ein vorübergehender Gefängnisaufenthalt nötig ist, werden jetzt ausschliesslich in der Jugendabteiltung in Thun untergebracht. Ihr Wohlbefinden habe so klar gesteigert werden können, betont Romilda Stämpfli, die Vorsteherin des Amtes für Justizvollzug. Die Abteilung hat acht reguläre und zwei Notbetten. Auch wenn diese besetzt sind, können Jugendliche aufgenommen werden. Sie wohnen dann zwar in anderen Zellen, profitieren aber trotzdem vom Betreuungsangebot. 

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