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| neo1 Porträt

"Ich war als Lehrerin konsequent bis zum Schluss. Aber nie böse." Rosmarie Zingg, Konolfingen

Rosmarie Zingg ist 70 Jahre alt und lebt seit bald 50 Jahren in Konolfingen. Jahrelang war sie Lehrerin und leitete nebenbei die Bibliothek bis zur Pension. Den dritten Job, als Organistin der reformierten Kirche, hat sie noch behalten. Für ihr grosses Engagement für das Dorf wurde Rosmarie Zingg im letzten Jahr von der Gemeindeverwaltung geehrt.

Rosmarie Zingg ist in Gunten am Thunersee mit ihren Eltern und einer Schwester aufgewachsen. Nach der Schule entschloss sie sich, das Lehrerseminar zu machen. Mit 20 Jahren trat sie ihre erste Stelle in Schlosswil an: "Ich wollte einfach eine 3. und 4. Klasse auf dem Land unterrichten. Zum Glück gab es damals einen Lehrermangel, als ich eine Stelle suchte.", erklärt Rosmarie im Gespräch. Kurz darauf hat sie ihren Mann, der ebenfalls Lehrer war, kennengelernt und ist mit ihm nach Konolfingen gezogen. "Damals musste man noch im gleichen Dorf wohnen wie man unterrichtet."

Als eine Stelle in der Bibliothek frei wurde, hat Rosmarie Zingg die Anfrage gerne angenommen. "Ich habe die Arbeit in der Bibliothek geliebt. Sie war sehr vielseitig und ich konnte nach dem Unterricht am Morgen, am Nachmittag etwas für mich arbeiten", erzählt die neugierige und fröhliche Frau. Zwei Umzüge und die Digitalisierung der Ausleihe zu E-Books, neben den herkömmlichen Büchern, hat Rosmarie Zingg mitgemacht. 30 Jahre arbeitete sie neben dem Unterrichten zusätzlich in der Bibliothek. 

Rosmarie Zingg hat gerne alles organisiert. "Manchmal denke ich, ich organisiere nicht nur mich, sondern auch meine Mitmenschen ein bisschen zu fest.", lacht sie. Ihre Eltern waren grosse Vorbilder und haben sie geprägt. Zusammen mit der Ausbildung zur Lehrerin und der Arbeit mit den Kindern. "Ich hatte immer meine Linie und das wussten sie. Wenn die Hausaufgaben vergessen gingen, haben sie sie mir halt nach Hause gebracht. Ich war streng aber nie böse."

Frau Zingg ist in Konolfingen ein Begriff. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler leben noch heute im Dorf. "Ich fühle mich geborgen in einem Dorf wo ich mal hier mal da einen Schwatz haben kann. Und wenn ich keine Lust habe, habe ich das Fahrrad und kann vorbeiflitzen", lacht Rosmarie Zingg. Die Gemeinde Konolfingen hat Rosmarie im letzten Jahr für ihr grosses Engagement und Herzblut für das Dorf geehrt. "Ich sagte ihnen, dass dies doch alles einfach zu meiner Arbeit gehörte. Aber sie sagten mir, ich hätte die Ehrung verdient, weil ich immer noch ein bisschen mehr gemacht habe als ich musste. Und das stimmt schon.", ist Rosmarie Zingg heute stolz. "Es ist schön das dies gesehen wurde."

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