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Schon mit Pferden aufgewachsen: Hufschmied Viktor Held

Viktor ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Bis er in der neunten Klasse war hatten sie keinen Traktor, sie machten alles mit Pferden. So ergab seine Berufung: Hufschmied.

"Es ist ein Handwerk, dass du nicht einfach so lernen kannst. Einen Teil kannst du lernen, aber der Andere muss dir gegeben sein. Wenn du die Form, welche du siehst, beim Hufeisen nicht umsetzen kannst, dann hast du ein Problem." Dieser Arbeitsschritt ist der Schwierigste erzählt Viktor Held, welcher seit 30 Jahren als selbstständiger Hufschmied arbeitet. Rund alle acht Wochen geht er bei seiner Stammkundschaft vorbei, je nachdem wie häufig und für was die Pferde im Einsatz stehen. Pro Pferd benötigt der Hufschmied ca. eine Stunde.

Er braucht ein gutes Auge

Die Arbeit bei seinen Kunden beginnt Viktor mit dem Begutachten des Arbeitsplatzes, dieser variiert je nach Witterung. Hier benötigt er das gute Auge ein erstes Mal. Entscheidend ist aber vor allem der nächste Schritt, wenn der Kunde sein Pferd aus dem Stall holt. "Sobald ich das Pferd sehe, schaue ich, wie dieses läuft, was es macht, wie es aussieht. Da gehen viele Gedanken durch meinen Kopf." Ihm bleibe gar nichts anderes übrig, als diese Punkte von blossem Auge zu beurteilen, erklärt Viktor Held. Beim Formen des Hufeisens gilt genau dasselbe. Er schaut die Hufe des Pferdes an, prägt sich die Form ein und beginnt, mit Hammer und Amboss das heisse Eisen zu formen. Und zwar so lange, bis es passt. 

Ein Beruf mit Nachwuchsproblemen

In der gesamten Schweiz sind in vier Lehrjahren nur 52 Lernende in der Ausbildung zum Hufschmied. Diese tiefe Zahl liege sicherlich unter anderem daran, dass der Beruf sehr intensiv sei, erklärt sich Viktor Held das Fehlen des Nachwuchses. Ein grosses Problem sei wohl auch, dass viele Hufschmiedinnen und Hufschmiede nach der Lehre nicht auf dem Beruf bleiben. Man könne das Handwerk eben nur bedingt lernen, es sei viel mehr eine Berufung. 

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