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Jüre Lehmann
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Was wächst denn da?! Diesen Sommer ist Radio neo1 Pflanzen und Gewächsen auf der Spur, die man zwar kennt – deren Ursprung man aber eher in weiter Ferne vermutet. Quinoa aus dem Mittelland – Lavendel aus dem Oberaargau – Essiggurken aus Lützelflüh: Lasst euch überraschen und „loset, wis wachst“!

Bildquelle: Suissessences
 

Der Duft der Provence - im Oberaargau! 

Lavendel wächst nicht nur auf Feldern im warmen Süden, sondern beispielsweise auch in Wangen an der Aare, Auswil oder Bettenhausen. Im Oberaargau haben sich vor Jahren neun innovative Landwirte zusammengetan um Kräuter zu pflanzen. Während einem Saunabesuch dachten sie sich, dass es doch möglich sein sollte, die teuren Duftessenzen aus dem Ausland durch schweizer Produkte zu ersetzen. Bald begannen sie, ihre Vision zu verwirklichen. 

Die Kräuter sind mehrjährig. "Besonders aufwändig beim Anbau sind das Setzen der Pflanzen, sowie die Unkrautbekämpfung", sagt der Landwirt Adrian Fankhauser aus Wangen dern Aare. Dafür seien die Kräuter später relativ pflegeleicht und durch die Verarbeitung der Pflanzen durch suissessences ergebe sich ein guter Ertrag. 

Aus Lavendel, Rosenmelisse, Pfefferminze und co. destilliert sein Nachbar Christoph Hess in Wangen a.A. die ätherischen Öle. Mithilfe einer interessierten Biologin werden diese seit 15 Jahren auf natürlicher Basis, beispielsweise mit schweizer Rapsöl, zu Pflegeprodukten des Labels suissessences weiterverarbeitet. "Der Lavendel kommt Ende Juli, Anfang August frisch vom Feld und muss möglichst bald destilliert werden", sagt der Landwirt, welcher diesen  Betriebszweig gerne von seinem Vater übernommen hat. 

Beim Destillieren der Kräuter sorgt der Wasserdampf in der Destillations-Apparatur dafür, dass die flüchtigen Stoffe aus den Pflanzen hinausgelöst werden, oben am Kessel mit dem Wasserdampf kondensieren und über das Dampfrohr nach aussen gelangen. Am Ende entnimmt Christohp Hess einerseits das ölhaltige, aber wässrige Hydrolat und andererseits das pure ätherische Lavendelöl. Dies kann später zu den besagten Pflegeprodukten, Raumsprays, etc. weiterverarbeitet werden. 

 

 

Nebst Lein, Mohn und Hafer baut die Familie Böhlen auf dem Muriboden-Hof in Riggisberg auch Lupinen an. Eine sehr eiweisshaltige Hülsenfrucht, welche unsere Küche ihrer Meinung nach wunderbar aufwerten könnte.

Auf rund einer Hektare Fläche machen Böhlens nun seit einigen Jahren Erfahrungen im Anbau von Lupinen und merken immer besser, wann die Pflanze welche Pflege benötigt. Nachdem das Lupinenfeld Anfang Juli weiss blüht, lassen sie die Pflanze abdorren, um beim Dreschen dann aus den dürren Hülsen die eiweisshaltigen Lupinen-Kerne zu gewinnen. Anna und Christian Böhlen setzen diese als Beilage mit Biss in einem Salat oder Auflauf ein, machen koffeinfreien Kaffeeersatz aus Lupinen und pröbeln auch immer wieder an Humus-Variationen o.ä. herum. 

Kleinere und grössere Essiggurken
Simon Lehmann aus Brandis in Lützelflüh
Essiggurken Ernte mit dem Eigenkonstrukt "Gurkenflieger"
Essiggurken frisch vom Feld
Das Gurkenfeld in Lützelflüh
 

Seit rund 30 Jahren gehört das Anbauen von Gurken zum Betriebsbild der Familie Lehmann in Brandis, Lützelflüh. Simon Lehmann führt auf dem Hof weiter, was seine Eltern aufgebaut haben. Genauer lieferte die Familie Lehmann früher Essiggurken an die Firma Chirat, welche ihre Produktion vor einigen Jahren ins Ausland verlegte. Nun gehen die Essiggurken aus Lützelflüh zur Verarbeitung in die Firma Hugo Reitzel.

Es sei damals darum gegangen, eine Kultur zu finden, die "nicht jeder hat" und deren Anbau sich finanziell lohne, sagt Simon im Interview mit neo1. Die Gurken sind relativ empfindlich was das Wetter angeht und auch die Ernte ab ca. Mitte Juli, bis in den September ist nicht ohne und bedingt die Mithilfe von vielen Nachbarinnen. Trotzdem lohnt sich der Anbau von Essiggurken für die Familie Lehmann in Lützelflüh so, dass sie auch künftig daran festhalten will. 

Frisch vom Feld schmecken die Gurken als Salat, nach der Verarbeitung als Essiggurken. "Etwa ab Ende August brauchen wir aber jeweils alle eine kurze Gurken-Pause auf den Tellern", schmunzelt Simon Lehmann. 

Familie Böhlen vom Muriboden-Hof in Riggisberg
Das Lein-Feld
Leinsamen

Obwohl früher in der Region heimisch und verbreitet, wirkt der Lein oder Flachs heute fast exotisch. Wer Lein zur Verwendung der Fasern (Textilverarbeitung) oder der Leinsaat anbaut, sieht sich als eine Art Pionier momentan noch mit vielen offenen Fragen konfrontiert und kann nicht auf den Erfahrungsschatz vieler anderer Produzenten zurückgreifen. Heute werden in der Schweiz jährlich ca. 50 Hektaren Lein angebaut. Eine davon bewirtschaften Anna und Christian mit Nicola Böhlen in Riggisberg. Auf ihrem Muriboden-Hof sieht man die blauen Blümchen während den ersten Sommermonaten von weit her. Ihre ersten Erfahrungen mit der Leinsaat haben sie 2015 gemacht, seither viele Erfahrungen gesammelt und 2016 sogar den Innovationspreis des Naturparks Gantrisch gewonnen. Den Leinsamen wird nachgesagt, dass sie verdauungsfördernd wirken und gut für Hirn und Blutkreislauf seien.

Hier geht's zur Website der Familie Böhlen

Hier geht's zur Website der Oberaargauer SwissFlax GmbH, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Wertschöpfungskette für Schweizer Flachs wieder zurück in die Schweiz zu holen.


Die Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist mit ihren verdauungsfördernden Eigenschaften und dem positiven Effekt auf unsere Cholesterinwerte als gesunde Pflanze bekannt. Die distelartige Pflanze ist auch im neo1-Land immer häufiger anzutreffen. Beispielsweise auf einem kleinen "Blätz" Land in Kernenried, auf der Freilandfarm. Jeannine Faes von der Freilandfarm nimmt uns mit aufs Feld und erzählt, warum sie mit ihrem Freund als Hobby begonnen hat, Artischocken anzupflanzen und wie die Pflanze gehegt, gepflegt und geerntet wird. 

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