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Jonas Jakob
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Einmal am Steuer eines Schiffs stehen, frühmorgens die Post zustellen oder von Grund auf ein Instrument zusammenbauen. Das ist "Ä Tag aus…" bei Radio neo1. In dieser Serie eröffnen sich uns neue Welten und Sichtweisen. Wir lernen spannende Menschen, ihre berufliche Umgebung, Freuden und Herausforderungen kennen.


Goldschmiedin

"Zu meiner Zeit fand die Berufslehre vor allem noch am Werkbank statt". Simone Schafer lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann in Bern. Ihr eigenes Geschäft "Goldschmiede Simone Aebersold GmbH" führt sie jedoch in Burgdorf, wo die 32-Jährige auch aufgewachsen ist.

"Nach meinem Mutterschutz arbeite ich zurzeit nur zwei Tage in der Woche. Ab Dezember bin ich dann wieder von Mittwoch bis und mit Samstag im Geschäft", erzählt die junge Frau im Interview mit neo1. Im Frühjahr 2021 kann Simone ausserdem in ein grösseres Geschäft an besserer Lage in der Oberstadt ziehen. In ihrem jetztigen Geschäft hat uns Simone Schafer Auskunft über ihren Beruf, die verschiednen Aspekte und die Ausbildung gegeben.

"Man braucht viel Geduld. Es ist zum Teil wirklich Gäggeliarbeit". Hinzu kommt eine exakte Arbeitsweise und Fingerspitzengefühl. "Man muss sich aber auch gerne die Hände dreckig machen", erklärt Simone weiter. "Wir arbeiten auch mit Feilen, wir polieren, wir fräsen – das hinterlässt schon mal Spuren".


Metzger

neo1 besuchte in der Metzgerei am Viehmarkt in Langnau die beiden Metzger Thomas Gerber und Peter Löffel. Beide üben ihren Beruf mit viel Leidenschaft aus.

Dem Geschäftsführer Thomas Gerber ist es wichtig, dass von den geschlachteten Tieren so wenig wie möglich im Abfall landet. Beim Ausbeinen wird ersichtlich, wie wichtig jedes Stück Fleisch und auch die meisten Knochen sind. Was nicht über den Ladentisch der Metzgerei geht, verkauft der Metzger unter anderem an Restaurants, welche mit den Knochen Fond zubereiten. Im Beruf Metzger braucht es nicht nur rohe Gewalt, sondern auch eine feine Technik mit den scharfen Messern. Spannend und Abwechslungsreich ist die Arbeit in den Hinterräumen einer Metzgerei, neo1 war dabei.


Büchsenmacher

"Jeder Kunde ist anders und hat seinen ganz speziellen Wunsch. Und ich kann dann vom Gespräch über das Fertigen in der Werkstatt alles selbst machen." Ivan Habegger ist gelernter Büchsenmacher und hat Anfang 2020 mit 23. Jahren das Geschäft Aebi Waffen in Hasle bei Burgdorf übernommen.

Jäger, Sportschützen und Sammler bilden die Kundschaft von Aebi Waffen. Gewehre wie auch Pistolen aller Art verkaufen, reparieren und putzen sie. Ivan Habegger ist es wichtig, dass sie alle vier Jahre eine Lehrstelle als Büchsenmacher anbieten können. "Nur ca. zehn bis zwölf Betriebe bilden Büchsenmacher aus," erklärt Ivan im Interview mit neo1. "Die knapp sechs Lehrstellen in der Schweiz sind deshalb jedes Jahr sehr beliebt."

Nach Mass und Wunsch bauen oder reparieren Büchsenmacher Waffen aller Art. Die alten Maschinen verlangen Fingerspitzengefühl und filigranes Arbeiten. "Manchmal brauchen wir aber auch gröbere Werkzeuge", lacht Ivan Habegger.

Die vielen gesetzlichen Vorgaben müssen strikt eingehalten werden, damit nicht jeder ohne Überprüfung an eine Waffe kommt. Auch bei Erbstücken beraten Ivan und sein Team. "Damit niemand in eine Grauzone, oder sogar ins illegale kommt", schliesst Ivan Habegger, Geschäftsleiter von Aebi Waffen in Hasle bei Burgdorf das Interview.


Coiffeuse

Während dem Lockdown stellte die Gesellschaft in der Schweiz erstmals fest, wie wichtig dieser Beruf wirklich ist. Deshalb gehörten Coiffure-Geschäfte auch zu den ersten Läden, die wieder öffnen durften. Genau während dieser Zeit fand bei der Hair Fashion GmbH ein grosser Umzug statt – neu findet man des Geschäft statt in Aarwangen in Langenthal.

Im neuen Geschäft in Langenthal empfingen die Geschäftsinhaberinnen Claudia Garcia und Karin Berchtold neo1 mit offenen Armen und erklärten allerhand über den Beruf der Coiffeuse. Warum man sich für einen Job mit so viel Konkurrenz entscheidet, wie wichtig das geschulte Auge ist und auch wie sich der Beruf in den letzten 20 Jahren verändert hat. Ausserdem waren neo1 hautnah dabei, als Mèches gemacht wurden.


Materialwart

Vor über 15 Jahren kam der gelernte Landschaftsgärtner Alfred "Fredu" Rohrbach zum Job als Materialwart der SCL Tigers: Nun ist Schluss.

Obwohl sich Alfred Rohrbach (58) aufgrund einer neuen familiären Situation freiwillig entschieden hat, die Mannschaft zu verlassen, werden ihm seine "Giele" fehlen. Auch die strengen Arbeitstage und langen Präsenzzeiten hätten zum Entscheid beigetragen. "Im Alter wird es nicht einfacher, nach dem Samstagsspiel bis um 2 Uhr Nachts zu waschen und aufzuräumen und am Montag Morgen gleich wieder parat zu sein", meint der Mann mit Tigerherz. Zurück im Gartenbau erhofft er sich etwas regelmässigere Arbeitszeiten und Zeit für seine Familie.

Wie die strengen Arbeitstage von Fredu mit Wäsche waschen, Helme flicken und Schlittschuhe aussahen und warum er besser nähen kann als seine Frau, erzählt er uns in "Ä Tag aus Materialwart".

Weitere Beiträge zum Thema:
Alfred "Fredu" Rohrbach sagt Adieu (24.09.20)


Totengräber

"Mein Job ist emotional, aber nicht traurig", beschreibt Martin Leuenberger seinen Beruf. Er ist Friedhofsgärtner, Bestatter und Totengräber und nimmt uns mit über "seinen" Friedhof im Wasen.

Bereits mit drei Jahren hat Martin Leuenberger seinem Grossvater auf dem Friedhof geholfen. "Immer wenn die drei symbolischen Schaufeln Erde auf den Sarg geschippt wurden, hob mein Grossvater die Schaufel gegen den Himmel. Das war mein Zeichen, die Kirchenglocken auszuschalten", erinnert sich Martin im Interview mit neo1. Diesen einzigartigen und sehr emotionalen Beruf, hat Martin nur zu gerne von seinem Grossvater übernommen. Nach der Lehre zum Schnittpflanzengärtner wurde er Totengräber auf dem Friedhof im Wasen. "Klar, im Dorf bin ich der Totengräber und das macht mich sogar stolz!"

Früher hat sich Martin Leuenberger sein Sackgeld damit verdient, die Gräber von Hand auszuheben. Heute wird das maschinell mit einem Bagger gemacht. Neben Heckenschneiden und Rasenmähen gehört auch die Grabpflege zum Job von Martin. "Wenn ich zum Beispiel einen Jäger begraben darf, hole ich gerne Moos oder ähnliches aus dem Wald um sein Grab zu dekorieren", erzählt Martin. "Einer Frau die gerne am Meer war, habe ich eine Muschel mit auf den letzten Weg gegeben".

Schwierige Momente gibt es tagtäglich. "Es fällt mir oft schwer, das Geschehene auf dem Friedhof zu lassen und nicht mit nach Hause zu nehmen", gibt Martin Leuenberger zu. Besonders wenn er gute Freunde oder Familienmitglieder zu Grabe tragen muss, hat er länger um die Emotionen zu verarbeiten. "Dafür gehe ich am Liebsten in die Natur und beobachte und fotografiere Vögel. Das ist mein liebstes Hobby", lächelt Martin.


Kapitän

Seit 34 Jahren ist der Thuner Beat Hodel bei der BLS angestellt. Seit rund 17 Jahren ist er Kapitän und fährt beinahe täglich die Kursschiffe auf dem Thunersee.

"Durchschnittlich dauert es rund 15 Jahre bis man die nötige Ausbildung zum Kapitän hat", sagt er gegenüber neo1. Es muss aber zuerst eine Stelle frei sein bevor man Kapitän werden kann – ansonsten bleibt man Schiffführer. neo1 durfte den 61-jährigen auf einer Rundfahrt mit der MS Bubenberg begleiten und hat erfahren, wie man überhaupt Kapitän werden kann.

Auch wenn die Vorstellung schön und gemütlich ist – ein Schiffskapitän kann nicht bloss die Aussicht geniessen. Es gibt viele Details zu beachten und das Steuerpult mit vielen Zahlen, Hebeln und Knöpfen ist auch nicht ohne. Ebenso muss Beat Hodel ein Auge auf andere Verkehrsteilnehmer auf See halten.


Fahrlehrer

Seit über acht Jahren arbeitet Pascal Sigrist selbstständig als Fahrlehrer. Mit seiner PS-Fahrschule ist der 43-jährige Konolfinger in Bern stationiert. neo1 hat auf dem Rücksitz Platz genommen und begleitet Fahrlehrer und Fahrschüler.

Wir begleiten Pascal Sigrist und den Fahrschüler Jamin Ruch. Der 19-jährige Emmentaler ist vor ein paar Tagen bei der Fahrprüfung durchgefallen und will nun mit dem Fahrlehrer am Feinschliff arbeiten.


Holz- und Blechblasinstrumentenbauer

Das Musikhaus Hirsiger in Worb flickt, restauriert und verkauft Holz- und Blechblasinstrumente aller Art. Simon Hirsiger hat dieses Jahr das Familienunternehmen von seinem Vater übernommen und uns einen Blick über seine Schulter gewährt.

Jeden Tag vor der Arbeit, in der Mittagspause und manchmal auch noch abends übt Simon Hirsiger mit seiner Posaune im Proberaum unter dem Musikladen und der Werkstatt. So bleibt er fit, für seine Auftritte zum Beispiel mit der Berner Band Troubas Kater.

Der geplante Tagesablauf verschiebt sich meist bereits wenige Minuten nach dem planen. Diese Abwechslung und Flexibilität, die Simon Hirsiger bei der Arbeit braucht, gefallen ihm am besten an seinem Job. Instrumente warten, reparieren und säubern, dazu Kunden bedienen und Instrumente vorstellen. Meist werkelt Simon an mehreren Instrumenten gleichzeitig, lässt Problemen noch etwas mehr Zeit und kann sie später dann lösen. Seine Ungeduld ist nicht immer einfach, bei der Arbeit mit tausenden kleinen Schrauben und Ventilen. "Es hat mir tatsächlich schon einmal alle Nerven ausgerissen", lacht Simon Hirsiger "Aber mit einmal darüber schlafen, habe ich das Problem dann doch noch gelöst."

In der Schweiz gibt es eine direkte Ausbildung zum Holz- und Blechblasinstrumentenbauer. Dass dieses Handwerk einmal aussterben könnte glaubt Simon Hirsiger nicht. "Solange noch Musik gemacht wird, braucht es uns auch, um die Instrumente in Schuss zu halten", so Simon im Interview mit neo1.


Postbote

Von einem Briefkasten zum nächsten und das ganze gemütlich auf einem Elektroroller. Doch der Beruf eines Postboten bietet weitaus mehr Abwechslung

An einem schönen Sommertag durften wir den Langnauer Postboten Achim Imesch durch seinen Arbeitsalltag begleiten. Nicht nur auf der Verteiltour durch das Dorf, sondern auch bei der Vor- und Nachbearbeitung. "Es ist nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen und pläuschlen". Denn bevor Achim überhaupt auf Zustellung gehen kann, müssen die Briefe sortiert werden.

Der Arbeitstag beginnt kurz nach sechs Uhr. Die gesamte Post wird in die verschiedenen Zustellbereiche sortiert und dann kommt noch die Feinjustierung. Achim und sein Team legen sich so quasi die Route zurecht. "Damit wir möglichst flüssig vom Start bis zum Ende kommen", sagt der Teamleader gegenüber neo1.

Dann geht es los mit der ersichtlichen Arbeit – Achim füllt den Anhänger mit der zuzustellenden Post und fährt los. Von einem Briefkasten zum nächsten – unterwegs folgen Gespräche: "Es reicht auch einfach mal freundlich Hallo zu sagen", erklärt Achim unterwegs. Diese Abwechslung gefällt ihm sehr gut.

Nach der Zustellungstour folgt die Nachbearbeitung. Warum konnten einige Briefe nicht zugestellt werden? Müssen diese nachgesendet werden? "Das ist eine kurze Sache und dauert meist nicht so lange".


Reisebegleiterin

Den ganzen Tag lang mit dem Zug von einem Ort zum anderen Reisen gehört zwar zum Job einer Zugbegleiterin, ist aber nicht die Hauptsache.

"Das Wichtigste ist die Sicherheit der Kunden", erzählt die 29-jährige Tamara. Sie arbeitet seit mittlerweile neun Jahren als Zugbegleiterin und hat schon vieles erlebt: "Meistens sind die Leute respektvoll, aber natürlich gibt es Ausnahmen".

Die Emmentalerin nimmt uns mit in ihren Arbeitsalltag und zeigt, dass Ticketkontrollen nicht alles sind: "Am Ende der Zugfahrt spielt es keine Rolle, ob ich von allen Reisegästen einen Fahrschein gesehen habe oder nicht". Viel wichtiger sei der Kontakt mit den Kunden und dieser Teil gefällt ihr besonders gut.

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