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«Wer abnehmen will, sollte nie eine Diät machen.» Die Ernährungsberaterin Beatrice Conrad findet deutliche Worte.

Crashdiäten, auch Blitzdiäten genannt, werben oft mit einer schnellen Gewichtabnahme in einer kurzen Zeitspanne. Die Ernährung wird radikal reduziert und somit auch die Kalorienaufnahme. Verloren wird in erster Linie aber Wasser und Muskelmasse, erklärt Beatrice Conrad, die seit 30 Jahren die Ernährungsberatung Oberaargau führt. Sie erklärt im Interview mit neo1: «Wir beginnen, uns selber zu verdauen. Wir gehen nicht nur ans Fettdepot, sondern auch an die Muskelmassen. Dort ist nämlich wertvolles Eiweiss gespeichert, woraus wir Energie bilden können.»

Nach einer solchen radikalen Diät, kämpfen praktisch alle Leute anschliessend mit dem Jojo-Effekt. Nach der Diät geht das Gewicht schnell wieder zu seinem Ursprung zurück oder übertrifft dieses sogar. Dieser unbeliebte Effekt hat vor allem zwei Gründe. Einerseits ist nach einer Diät weniger Muskelmasse vorhanden, welche auch im Ruhezustand Energie verbraucht. Zudem passt sich unsere Stoffwechselaktivität an die reduzierte Energiezufuhr an und wir verbrauchen weniger Energie. Wenn nach einer Diät wieder «normal» gegessen wird, führt dies daher unweigerlich zum Jojo-Effekt und häufig ist das Gewicht deshalb nach einer Diät höher als vorher. Oder, wie es Beatrice Conrad sagt: «Ich habe viele Leute in der Beratung, die erst übergewichtig wurden, nachdem sie das erste Mal abnehmen wollten.» Unser Körper kann mit der Zeit resistent werden gegenüber Diäten.

Ob eine ketogene Diät, eine Low Carb Ernährung, Kalorien zählen oder Intervallfasten: Meistens haben Diäten einen wahren Kern und einen guten Hintergrund, werden aber ins Extreme getrieben, meint die Ernährungsberaterin Beatrice Conrad. Ohne Kohlenhydrate zum Beispiel fehlen Nahrungsfasern. Kalorien zählen kann eine Orientierungshilfe sein, jedoch auch zu einer ungesunden Beziehung zum Essen führen. Pausen zwischen den Mahlzeiten ist gesund, aber es muss keine 16 stündige Pause wie beim Intervallfasten sein. Wir brauchen genügend Nährstoffe und bei Mahlzeitenverzicht besteht auch bei gesunder Ernährung die Gefahr einer Mangelernährung.

«Eine Diät führt zum abnehmen», erklärt Beatrice Conrad, «aber wenn die Diät fertig ist, nützt sie nichts mehr.» Um langfristig abzunehmen und das erreichte Gewicht auch halten zu können, braucht es vor allem viel Geduld, weiss die Ernährungsberaterin: «Je langsamer man abnimmt, desto sicherer ist es, dass man nicht wieder zunimmt.» Abnehmen sollte immer mit Bewegung im Alltag verbunden werden, so dass sich die Muskelmasse nicht oder zumindest nicht zu stark verringert. Dazu die Energiezufuhr bremsen und auf Sachen wie Süssgetränke, Fruchtsäfte, Alkohol und Naschen verzichten. Ein weitere Schlüsselfaktor beim Abnehmen ist genug Eiweiss zu essen, was einerseits gut sättigt, aber auch die Muskeln unterstützt.

Theoretisch wüssten wir wohl alle, wie wir uns gesund und gut ernähren würden. 5 am Tag, drei Mal Essen, abwechslungsreich und vielseitig: Diese Regeln kennen wir seit unserer Kindheit. Die Umsetzung ist jedoch nicht ganz so einfach, daher geht es bei einer Ernährungsberatung zum Abnehmen auch mehrheitlich um eine langfristige Begleitung, um eine Begleitung zur Umstellung von Gewohnheiten als darum, viele Informationen weiter zu geben. Beatrice Conrad meint zudem, es sei wichtig darauf zu achten, dass eine Ernährungsberaterin oder ein Ernährungsberater echt ist. Zertifizierte ErnährungsberaterInnen haben eine knapp 4jährige Ausbildung hinter sich und sind dem schweizerischen Berufsverband angeschlossen. «So wird die Leistung bei einer Therapie über die Krankenkasse abgerechnet und das Erzählte ist wissenschaftlich fundiert», erklärt Beatrice Conrad. Die Ernährungsberaterin hat zu den gängigsten Ernährungsmythen ein Buch geschrieben: Ist Essen gesund?

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