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Jüre Lehmann
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Roland Schenk: „Das Burnout war meine Rettung“

Roland Schenk ist 47 Jahre alt, gelernter Landwirt, zu Hause im Eggiwil. Mit den Symptomen einer starken körperlichen, geistigen und emotionalen Erschöpfung wurde er 2008 ins Psychiatriezentrum Münsingen eingewiesen. Diagnose: Burnout. 

Heute, über zehn Jahre nach dieser Diagnose, sagt er im Interview mit neo1: „Dieser Tiefpunkt in meinem Leben war wohl nötig. Ich lernte zu leben – das Burnout war meine Rettung“. Bei vielen Gelegenheiten spricht Schenk über das Erlebte, um anderen Betroffenen Hand zu bieten und Angehörigen von Menschen mit psychischen Krankheiten beim Verstehen zu helfen.  

Jahrelang arbeitete Schenk praktisch pausenlos auf dem eigenen Bauernhof und zusätzlich als Aushilfsmetzger. Ferien mit Frau und Tochter gönnte er sich kaum; bei späteren Therapiesitzungen stellte sich heraus, dass Angstzustände mitverantwortlich dafür waren. „Das wusste ich aber damals noch nicht“. 

Erschöpfungssymptome nahm Roland Schenk bereits während der Jahre zuvor wahr. Im Herbst sei es jeweils am schlimmsten gewesen, „doch erst 2008 nützten auch die pflanzlichen Heilmittel meines Hausarzts nichts mehr“, so der gelernte Landwirt. Da es ihm jedoch nicht gelang, sich seinem Umfeld gegenüber zu öffnen, folgte im Dezember 2008 der Zusammenbruch mit der Überweisung ins Psychiatriezentrum Münsingen. 

Der heute 47 Jahre alte Eggiwiler war über seine Einweisung und den Kontakt zu anderen Betroffenen im ersten Moment froh. Der Austausch mit jemandem der versteht, der die Symptome kennt, sei hilfreich gewesen. „Zuerst dachte ich ja auch, dass ich nach zwei Wochen Ferien wieder gesund sein würde“. Der Heilungsprozess nach der Diagnose Burnout nahm bei Roland Schenk jedoch viel mehr Zeit ein und während der ersten drei Jahre nach der Einweisung, seien die Symptome eher noch schlimmer geworden. 

Während seiner Genesung konzentrierte sich Roland Schenk nach Möglichkeit auf das Arbeiten an der Drehbank, welche er sich erst durch die neu gewonnene Zeit nach der Diagnose Burnout anschaffte. Diese künstlerische Tätigkeit habe ihm sehr geholfen.  „Mein Retter war jedoch die Krankheit an sich. Früher habe ich gelebt um zu arbeiten. Heute arbeite ich nur noch zum Leben“. 

Roland Schenk arbeitet nun Teilzeit in der nahen Alphornmacherei im Eggiwil, gönnt sich auch unter der Woche immer wieder Ausflüge mit dem Velo oder zu Fuss und liebt es, an seiner Drehbank zu stehen. 

Vom 27. bis zum 30. August findet nach rund 10 Jahren künstlerischer Tätigkeit zum ersten Mal eine Ausstellung von Schenks Kunstwerken auf seinem Betrieb statt. „Das trifft sich gut. Ich freue mich auf dieses Highlight. Und auf nächsten Dezember ist dann voraussichtlich meine letzte Therapiesitzung beim Psychologen angesagt. 

Hier geht’s zur Holzkreationen-Webseite.

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