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Der Wald hat ganz viele verschiedene Funktionen: Naherholungsgebiet, Holz- und Energielieferant, Schutz vor Naturgefahren, Lebensraum für Tiere, Bäume und Pflanzen und "grüne Lunge" der Region. Die vielen Interessen bringen viele spannende Herausforderungen für die verschiedenen Menschen welche täglich mit dem Wald arbeiten.

Bedeutung Emmental

Je nachdem wo man recherchiert steht da: "Die grüne Lunge" des Kantons Bern oder sogar die waldreichste Region von ganz Europa. Der Wald ist sehr wichtig für das Emmental, sagt Johann Kurtz im Interview mit neo1. Er ist Leiter der zuständigen Waldabteilung beim Kanton Bern. "Der Wald ist Teil des Landschaftsbildes, bietet Schutz vor zum Beispiel Rutschungen, ist Lebensraum für viele Tier und Pflanzenarten und nicht zu letzt auch Erholungsraum für uns Menschen", zählt Johann Kurtz auf.
Der Wald hat ganz verschiedene Hütte auf dem "Baum-Kopf". Alle sind wichtig. Für die Natur aber auch für die Region. "Die Bedeutung des Waldes ist im Emmental spürbar sehr gross und somit auch für den Kanton Bern", sagt Johann Kurtz weiter. Die Waldbewirtschaftung werde so längerfristig gewährleistet. Soll heissen: Die Bevölkerung, zu einem grossen Teil private Waldbesitzer, schauen nach dem Wald.

Private Waldbesitzer

Die regionale Zusammenarbeit ist zentral, weiss Madlen Amman. Sie ist die künftige Geschäftsleiterin der WOKA - Waldorganisation Kiesen Aaretal. Künftig deshalb, weil die Interessensgemeinschaft auf Grund der Pandemie noch nicht gegründet wurde. Voraussichtlich im Herbst soll es soweit sein.
"Es ist eine sehr grosse Waldfläche in diesem Gebiet, zirka 5'000 Hektaren. Aber es hat mit 2600 Waldbesitzer auch sehr viele Eigentümer für diese Fläche, deshalb ist die Zusammenarbeit sehr wichtig", erklärt Madlen Amman gegenüber neo1. Koordinieren, einander helfen, andere Wege zeigen, so dass der Wald und alle seine Funktionen auch wieder profitieren können.
Deshalb sind Organisationen wie die WOKA für den Kanton auch sehr wichtig, betont Johann Kurtz. "Die Organisationen können dann den privaten Besitzern Hilfestellungen anbieten, zum Beispiel für eine gute Holzvermarktung", so Kurtz. Der Kanton hilft dann den Organisationen die Grundlagen und Rahmenbedingungen zu schaffen.

Viele Interessen = viele Herausforderungen

Die WOKA möchte das Zusammenarbeiten fördern. "Momentan gibt es in diesem Gebiet noch zwölf Unterverbände, diese möchten wir zusammenschliessen in einen grossen Verband, welcher dann die Interessen vertritt", erzählt Madlen Amman. "Es ist ein eher grosses Gebiet welches die WOKA abdecken möchte, somit auch viele verschiedene Interessen und Ansprüche", sagt Amman weiter. Allen gerecht zu werden sei eine der grossen Herausforderungen für die noch sehr junge WOKA.
Dazu kommt, dass sich die Interessen auch verschieben. "Im Emmental geniesst der Wald eine hohe Bedeutung und ist oft ein zweites Standbein neben der Landwirtschaft für den Besitzer" so Johann Kurtz. Je näher der Besitzer aber bei der Stadt oder der Agglomeration sein Wald hat, sind die Interessen in Richtung Freizeit und Erholung höher gewichtet als die wirtschaftlichen Faktoren, weiss der Leiter der zuständigen Waldabteilung beim Kanton Bern. Deshalb seien so Organisationen wie die WOKA sehr entscheidend.
Das sich die Interessen der privaten Waldbesitzer verschieben spürt auch die künftige Geschäftsleiterin Madlen Amman stark. "Ein Gleichgewicht finden und gut informieren, so sollte es klappen", ist Madlen Amman überzeugt. Aber dies sei auch eine grosse künftige Herausforderung für die künftige Organisation.

Wald als Energie

Das Emmental sei DIE Region für Holz, sagt Thomas Müller aus Heimisbach im Interview mit neo1. Er ist Geschäftsstellenleiter von Holzenergie Emmental. "Die Holzindustrie ist sehr stark verankert in der Region. Grob gesagt gibt es etwas 20'000 Hektaren Emmentaler Wald und jährlich wachsen ungefähr 200'000 Kubikmeter Holz nach. Komplett gerechnet gibt das eine Wertschöpfung von 50 Millionen Franken"
Plus 2'500 Arbeitsplätze, erklärt Thomas Müller.
Holzreserven hat es genug. Holzenergie Emmental hilft den Hausbesitzerinnen und Besitzer, wenn diese zum Beispiel von einer Ölheizung zu einer Holzheizung wechseln. "Es gibt immer sehr viel Brennholz bei der Holzproduktion. Man hat dann gemerkt, dass man dieses Holz besser nutzt anstatt Oel in die Region zu fahren", erklärt Thomas Müller. So sei dann auch Holzenergie Emmental entstanden. Thomas Müller ist überzeugt, dass mit nachhaltigem Heizen auch die Energiewende möglich ist.

Energiewende

Dass die Energiewende möglich ist, dank dem vielen Holz, ist auch Karina Nyffenegger überzeugt. Sie ist Mitinhaberin beim Holz-Verarbeiter Nyffenegger Holz AG in Sumiswald. Es braucht alle in der Holzbranche, ist sie überzeugt. "Es braucht alle in der Wertschöpfungskette. Forstwirtschaft, Holzindustrie, Heizungsinstallateure bis hin zu Energielieferanten", zählt Karina Nyffenegger auf. Potential und Kapazitäten seien wie vom Holz genug vorhanden.
Hier spielt auch der Kanton Bern mit seinen Fördergeldern eine Rolle. Nachhaltig heizen aber auch Bauen sind wichtig, sagt Johann Kurtz gegenüber neo1. "Das Potential beim Holz ist sehr gross und längstens noch nicht ausgenutzt". Sprich: Es wird nicht so viel Holz genutzt wie jährlich nachwächst. Deshalb geht es dem Kanton darum die Bevölkerung aufzuklären, ergänzt Johann Kurtz. Schliesslich wächst ein nachhaltiger Rohstoff direkt vor der Haustüre.

Holzverarbeitung

Der Wald gehört zum Emmental und hat so eine grosse Bedeutung für die ganze Region, sagt auch Karina Nyffenegger, Mitinhaberin der Nyffenegger Holz AG in Wasen im Emmental. "Wir haben sehr viele Holzreserven, welche wir wirtschaftlich brauchen können. Aber natürlich reinigt der Wald auch unsere Luft". Das Familienunternehmen Nyffenegger arbeitet sehr regional. Holz sägen, Holzschnitzel und Holzpellets produzieren zum Heizen und die Produkte mit Lastwagen transportieren, vereint die Firma unter einem Dach. "Der Wald bringt uns vor allem auch Arbeitsplätze und so auch Einkommen, welches wiederrum dafür sorgt das Familien ernährt werden", sagt Karina Nyffenegger. Zudem sei das Holz in der Region vorhanden und die Transportwege somit kurz.
Auch in der Holzverarbeitung ist die regionale Zusammenarbeit entscheidend, weiss Karina Nyffenegger. "Wir pflegen engen Kontakt mit Waldbesitzern und Forstunternehmen, so können wir schnell auf wechselnde Bedürfnisse reagieren". Ihnen sei auch wichtig, dass der ganze Holzschlag verarbeitet wird, wenn im Wald geholzt wird. Es gehe sehr fest darum alles aus dem Holz heraus zu holen. Denn nur so könne dann mit den Schnitzel oder Pellets richtig nachhaltig geheizt werden, meint Karina Nyffenegger. "Hier sind die Förderbeiträge des Kantons ein wichtiger Anschub". Der Kanton hilft den Hausbesitzenden beim Wechsel von einer Oel auf eine Holzheizung.
Zusammen mit dem Geld, der engen Zusammenarbeit und der Tatsache, dass der Rohstoff Holz nachhaltig nachwächst im Wald sei die Energiewende zu packen, ist Karina Nyffenegger überzeugt.

Veränderungen im Wald

Thomas Müller von der Holzenergie Emmental spricht von einer sogenannter Bestandeslenkung im Wald. "Fichten haben eine schwierige Zeit wegen der Trockenheit. Zudem macht man keine Aufforstungen mehr. Also man lässt den Wald sich selbst verjüngen." erklärt Thomas Müller. So gebe es in der Region automatisch einen Mischwald. Was wiederrum Einfluss hat auf die Wirtschaft im Wald. "Bei einer Buche geht im Moment 80 Prozent in das Energieholz und nur 20 Prozent wird genutzt. Bei einer Tanne ist dies genau umgekehrt. 80 Prozent werden als Bauholz oder Schreinerholz gebraucht", so Müller.
Deshalb sei es entscheidend, dass der Wald richtig genutzt, gepflegt und gebraucht wird. Da kommen wieder die Waldbesitzer in das Spiel, erklärt die künftige Geschäftsleiterin der WOKA - Waldorganisation Kiesen Aaretal, Madlen Amman. "Die meisten Sägewerke suchen Nadelholz, welches in unserem Gebiet sehr häufig vorkommt. Daher ist eines der Ziele der WOKA das Nutzungspotential besser auszuschöpfen."
Hier möchte die WOKA helfen damit am Schluss die ganze Wertschöpfungskette profitieren kann. "Eine gute Kommunikation mit der Bevölkerung und den Waldbesitzern ist das A und O", so Madlen Amman.

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