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Sven Düscher
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Schon wieder: Lantal Textiles plant erneuten Stellenabbau

Haben im Moment wenig zu tun: Lantal-Mitarbeitende spüren die Corona-Krise.

Lantal Textiles ist vom anhaltenden Einbruch im Luftverkehr aufgrund der Corona-Krise weiterhin stark betroffen. Eine nachhaltige Erholung der Nachfrage für Sitzbezüge, Teppiche und Vorhänge für Flugzeuge wird sich voraussichtlich bis ins Jahr 2024 und 2025 verzögern. Die Umsatzeinbussen von rund 60% im laufenden Jahr gegenüber dem Vor-Corona-Niveau und die erwartete strukturelle Marktveränderung zwingen Lantal zu einer weiteren Restrukturierung und Anpassung des Personalbestandes.Von der Restrukturierung wären in der Schweiz maximal 55 Mitarbeitende von einer Kündigung betroffen. Lantal hat daher ein Konsultationsverfahren eingeleitet, um zusammen mit den Mitarbeitenden möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden.

"Die anhaltende Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Luftverkehr bedeutet für unser Unternehmen die grösste Krise der Firmengeschichte", sagt Lantal-CEO Urs Rickenbacher. Zu Beginn der Pandemie brach der Umsatz bis zu 85% ein. Lantal musste bereits letztes Jahr umfassende Kostenreduktionen und einen Stellenabbau umsetzen.

Krise in der Luftfahrt hält an
Die Luftfahrt ist weltweit immer noch sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen. Nach Einschätzung von Experten in der Aviatikbranche wird sich der Markt nicht wie noch vor Jahresfrist prognostiziert im 2023/2024 sondern erst 2024 oder sogar 2025 an das Vor-Corona-Niveau annähern. Zudem ist mit einer Veränderung im Reiseverhalten zu rechnen. Insbesondere bei den Geschäftsreisen muss man davon ausgehen, dass nur noch ungefähr 85-90% des Vor-Corona-Niveaus erreicht wird und die Unternehmen anstelle von Geschäftsreisen auch künftig von digitalen Lösungen profitieren werden. Es zeichnet sich eine strukturelle Veränderung des Marktes ab, welcher sich Lantal anpassen muss.

Der Kurzstreckenbereich in Europa zeigt in diesen Sommermonaten gewisse Zeichen auf Erholung, während der für Lantal sehr wichtige Bereich der Langstrecken nahezu inexistent ist. Viele Länder setzen strenge Einreisebeschränkungen um oder befinden sich wie beispielsweise in Südostasien noch immer im Lockdown. Die Rückkehr des Langstreckengeschäfts bedingt jedoch eine weltweite Öffnung der Länder und Märkte, sei es in Asien, im Nahen- und Mittleren Osten, in den USA und in Afrika.

Bodenverkehr ist resistenter
Der internationale Bodenverkehr (Bus, Bahn und Tram) zeigt sich erfreulicherweise als weit resistenter und stabiler als die weltweite Luftfahrt. Lantal geht davon aus, dass dies auch mittel- und langfristig der Fall sein wird und will diesen Bereich weiterhin weltweit ausbauen. Die weiteren Bereiche wie Einrichtung/Dekoration und Technische Textilien, welche bei Lantal Portugal bearbeitet werden, als auch der Militärbereich der Tochtergesellschaft in den USA, zeigen eine leichte Erholung. Diese Märkte können jedoch den Umsatzeinbruch im Luftverkehr nicht kompensieren.

Kurzarbeit hilft weiterhin
Das Instrument der Kurzarbeit ist in dieser Zeit von grosser Bedeutung. Es hat Lantal ermöglicht, trotz massivstem Umsatzeinbruch viele Arbeitsstellen und qualifizierte Mitarbeitende zu halten. Auf die Kurzarbeit aufgrund von Corona kann nur noch bis Februar 2022 zurückgegriffen werden. Dieser Zeitraum wird für Lantal nicht ausreichen, um die Krise zu überbrücken. "Bis sich die Luftfahrt von diesem massiven Schock erholt hat, müssen wir den Fortbestand des Unternehmens sicherstellen, deshalb ist leider eine weitere Restrukturierung unumgänglich", bedauert Urs Rickenbacher.

Konsultationsverfahren eingeleitet
Aktuell beschäftigt Lantal in Langenthal und Melchnau 185 Mitarbeitende, welche mit wenigen Ausnahmen im Aviatik-Geschäft tätig sind. Vom potentiellen Stellenabbau wären maximal 55 Mitarbeitende betroffen, deshalb wurde ein Konsultationsverfahren eingeleitet. In enger Zusammenarbeit mit der Personalkommission und den Mitarbeitenden wird nach Möglichkeiten gesucht, die Anzahl Entlassungen so klein wie möglich zu halten und möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden. Zudem wird ein Sozialplan ausgearbeitet. "Trotz aller herausfordernden Entwicklungen in dieser nie dagewesenen Krise sind wir überzeugt, dass der Luftverkehr mittel- und langfristig wieder wachsen wird und sich Lantal mit seinen Stärken gut positionieren kann", erläutert Urs Rickenbacher. (pd)

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