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Jüre Lehmann
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Grundversorgung sichern mit dem Spital Wolhusen

Visualisierung des Neubaus in Wolhusen (Bild: LUKS)

Die Frage zur Zukunft des Spitals Wolhusen bewegt. Der beschlossene Neubau ist unbestritten. Unklar ist, welche Leistungen künftig angeboten werden. Der Verein und das gleichnamige Komitee "Pro Spital Wolhusen" setzen sich dafür ein, dass das Leistungsangebot auch in Zukunft so ausgestaltet ist, dass die medizinische Grundversorgung der Menschen im Einzugsgebiet des Spitals Wolhusen gewährleistet bleibt.

Die Unsicherheit zur Zukunft des Spitals Wolhusen wurde durch die Medienmitteilung der Regierung vom 17. März 2021 ausgelöst. Darin wird vom 2014 zugesicherten Leistungsangebot teilweise Abstand genommen. Neu ist die Rede von einem tagesklinischen Zentrum. Es soll unter anderem geprüft werden, ob die voll ausgebaute Geburtsabteilung auf eine Abteilung mit Hebammen geleiteten Geburten reduziert werden soll. Die Mitteilung der Regierung hat in der Region und beim Personal grosse Unruhe und Unsicherheit ausgelöst.

Es braucht nun Klarheit
Das Komitee fordert, dass Klarheit geschaffen wird. André Marti, Stadtpräsident in Willisau und Kantonsrat dazu: "Die Fakten müssen auf den Tisch. Das ist für die Bevölkerung des Entlebuchs und des Hinterlandes wichtig. Nur über ein gutes Angebot und über Vertrauen in der Bevölkerung wird ein künftiges Spital Wolhusen auch ein erfolgreiches Spital sein." Eine ökonomische Optimierung, wie sie von der Regierung ins Zentrum gestellt wird, ist zwar nachvollziehbar, aber ein Spital auf der Landschaft hat auch eine grosse regionalpolitische Bedeutung. Damit Wohnen und Arbeiten lebendig bleiben, muss der Gestaltung dieser Lebensräume besondere Beachtung geschenkt werden. Eine attraktive Landschaft ist eine bedeutungsvolle Visitenkarte für den Kanton Luzern. Die unklaren Informationen der Regierung haben zu mehreren politischen Vorstössen im Kantonsrat geführt. Darin wird Klarheit über die verfolgte Angebotsstrategie gefordert. Voraussichtlich wird der Kantonsrat in der Junisession über diese Vorstösse debattieren.

Dafür setzt sich "Pro Spital Wolhusen" ein
Der neu gegründete Verein und das Komitee "Pro Spital Wolhusen" setzen sich für die Gewährleistung einer umfassenden medizinische Grundversorgung auf der Luzerner Landschaft ein. Für Christine Bouvard Marty, Gemeindepräsidentin in Schüpfheim und Vizepräsidentin des Vereins ist wichtig: "Das Spital Wolhusen ist ein wesentlicher Teil der regionalen Gesundheitsversorgung. Es soll sich nachhaltig und im Gleichtakt mit der fortschreitenden Medizin entwickeln - im Interesse unserer ländlichen Region und der Menschen, die hier arbeiten und leben." Pro Spital Wolhusen will dazu beitragen, die Verankerung des Regionalspitals noch stärker und noch bewusster in der Bevölkerung und im politischen Umfeld zu festigen. Innert weniger Tage sind dem Unterstützungskomitee über 1500 Personen beigetreten. Dieser beindruckende Zuspruch veranschaulicht, dass das Spital ein Herzensanliegen der Bevölkerung ist. Die Mitglieder des Komitees stehen für acht Ziele ein, die im Wortlaut auf der Webseite veröffentlicht sind.

Das Komitee zeigt darin auf, dass die Frage des künftigen Angebots des Spital Wolhusen aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden muss. Ein wichtiger Faktor ist die zeitliche Erreichbarkeit. 30 Minuten wird allgemein als Limite gesehen. Aus dem Entlebuch nach Luzern braucht es jedoch je nach Gemeinde rund eine Stunde und mehr. Das ist nicht zumutbar. Auch das Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ist ein wichtiger Faktor. Eine gute Notfallmedizin, eine allgemeine Chirurgie und eine ärztlich begleitete Geburtshilfe sichern attraktive Arbeitsplätze für Mediziner und Pflegepersonal und bieten ein gutes fachliches Lernumfeld für Auszubildende. Eine Reduktion des Leistungsangebotes würde diesbezüglich zu schmerzhaften Verlusten führen. Zudem wäre auch die Ausbildung von künftigen Hausärztinnen und Hausärzten stark gefährdet. In Wolhusen ausgebildete Ärztinnen und Ärzte sind eher bereit auf der Luzerner Landschaft eine Hausarztpraxis zu eröffnen.

Das Spital Wolhusen hat grosse regionalpolitische Bedeutung
In der Zeit der Pandemie hat sich gezeigt, dass die ländlichen Regionen als Wohn- und Arbeitsort zunehmend an Attraktivität gewinnen. Damit diese Entwicklung gefördert werden kann, ist eine dezentrale Grundversorgung in Bereichen wie Bildung, Detailhandel, Mobilität und vor allem auch in der Gesundheitsversorgung von grosser Bedeutung. Für Vroni Thalmann, Kantonsrätin und Sozialvorsteherin in Flühli ist das Spital Wolhusen ein starker Motor für die regionale Gesundheitsversorgung. Für sie ist klar: "Die künftige Ausgestaltung des Angebots unseres Spitals ist ein Herzstück der regionalen Entwicklung. Die Bevölkerung der Luzerner Landschaft hat das gleiche Anrecht auf eine gute medizinische Grundversorgung wie die Bewohnerinnen und Bewohner der Agglomeration und der Stadt Luzern. Der Graben zwischen Stadt und Land darf mit dem vorgesehenen Leistungsabbau beim Spital Wolhusen nicht vergrössert werden."

Das Spital Wolhusen aus medizinischer Sicht
Das Spital Wolhusen bringt in Zusammenarbeit mit dem Zentrumspital Luzern und den umliegenden Hausarztpraxen eine vorzügliche Leistung auf qualitativ höchstem Niveau. Auch die Zusammenarbeit mit den Hausärztinnen und Hausärzten ist vorbildlich. Das führt zu einer hohen Patientenzufriedenheit. Dr. med. Raymond Thalmann, Hausarzt in Wolhusen hat aufgezeigt, weshalb das Leistungsangebot am Spital Wolhusen nicht abgebaut werden darf. Insbesondere hat er betont: "Eine medizinische Grundversorgung braucht zwingend Vorhalteleistungen. Konkret, eine Anästhesie rund um die Uhr." Bei medizinischen Notfällen kann die Fahrzeit nach Luzern oder Sursee entscheidend sein. Gewisse operative Eingriffe würden ohne eine Anästhesie und Intensivstation vor Ort gar nicht durchgeführt. Viele Patientinnen und Patienten oder auch werdende Eltern würden das Spital Wolhusen ohne Vorhalteleistungen meiden. Zudem hat Dr. Thalmann auf die personalpolitische Situation hingewiesen: "Die Attraktivität für Ärztinnen und Ärzte würde stark schwinden. Die zurzeit überdurchschnittlich hohe Qualität des Spitals könnte nicht erhalten werden." Das alles würde eine Abwärtsspirale mit unabsehbaren Folgen auslösen.

Zum offenen Dialog bereit
Der Verein und das Komitee "Pro Spital Wolhusen" wollen ihre Sicht engagiert in die Diskussion und in den politischen Prozess einbringen. Als Stimme der Bevölkerung sind sie offen für zielführende Gespräche mit den Verantwortlichen, insbesondere mit der Regierung. Christine Bouvard Marty hält abschliessend fest: "Entscheide zu unserem Regionalspital müssen den ländlichen Lebensraum fördern. Im Interesse nachfolgender Generationen darf keine verhängnisvolle Negativspirale losgetreten werden." (pd)


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