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Céline Walther
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Ein Schmetterling fürs Luzerner Kantonsspital

Visualisierung Neubau Kinderspital/Frauenklinik. (Bild: zVg)

Visualisierung Aufenthalts- und Spielraum. (Bild: zVg)

Der Studienauftrag für den Neubau Kinderspital/Frauenklinik des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) am Standort Luzern ist abgeschlossen. Der Spitalrat hat auf Empfehlung des Beurteilungsgremiums entschieden, das Projekt «Schmetterling» weiterzuverfolgen. Dieses überzeugt durch zwei eigenständig wahrnehmbare Baukörper und innovative Ansätze. Der Neubau soll bis Ende 2025 realisiert sein.
Das im Jahr 1971 erbaute Kinderspital ist in die Jahre gekommen und es herrscht trotz Provisorien und Umbauten Platzmangel. Deshalb plant das LUKS einen Neubau, für den es 2019 einen neuen Standort auf dem Spitalareal in Luzern evaluiert hat. Um auch künftig den Anforderungen an ein Perinatalzentrum (bestehend aus Geburtshilfe, Neonatologie und Neugeborenen-Intensivstation) zu entsprechen, werden Kinderspital und Frauenklinik Tür an Tür gebaut. Der neue Bau soll östlich des heutigen Kinderspitals zu stehen kommen. Der Kostenrahmen liegt zwischen 170 und 200 Millionen Franken.

Fünf Planerteams nahmen an Studienauftrag teil
Im März 2019 wurde ein Studienauftrag ausgeschrieben. Im Rahmen einer Präqualifikation wurden fünf Generalplanerteams zur Erarbeitung eines Projekts für den Neubau Kinderspital/Frauenklinik ausgewählt. Ein interdisziplinär zusammengesetztes Beurteilungsgremium führte Ende Mai 2020 eine Schlussbeurteilung durch und gab eine einstimmige Empfehlung zuhanden des Spitalrats ab. Dieser folgte der Empfehlung und entschied ebenfalls einstimmig, das Projekt «Schmetterling» weiterbearbeiten zu lassen und das Siegerteam «Burkard Meyer, Baden/Bollhalder Eberle, St. Gallen» mit der Projektierung zu beauftragen.

«Schmetterling»: klarer Aufbau, innovative Ansätze, architektonisch überzeugend
Das Siegerprojekt überzeugt architektonisch durch zwei eigenständig wahrnehmbare Baukörper – einen für das Kinderspital und einen für die Frauenklinik. Die Gebäude sind zur Promenade auf dem LUKS-Areal hin dreigeschossig, die Seite zur Spitalstrasse zählt fünf Stockwerke. Die Fassaden verfügen dank kantigen horizontalen Bändern und runden Stützen über eine klare Grundordnung. Weiter spricht für den Projektvorschlag, dass dieser betrieblich bereits weit gereift ist und über einen klaren inneren Aufbau mit einem übersichtlichen Erschliessungssystem verfügt. Die einzelnen Funktionseinheiten sind gut verortet und die Wege dazwischen kurz. Ausserdem wurde das international anerkannte und innovative Gestaltungsprinzip «ON / OFF Stage» angewendet, was eine gute Trennung der Patienten- und Mitarbeiterwege und einen effizienten Betrieb ermöglicht.

Im Erdgeschoss auf dem Niveau der Spitalstrasse sind die Interdisziplinäre Notfallstation mit Notfallpraxis des Kinderspitals sowie die Radiologie angesiedelt. Ein Geschoss höher befinden sich die Operationssäle für Kinderspital und Frauenklinik, die Gebärsäle mit der prä- und postnatalen Behandlungs- und Überwachungseinheit, die Neonatologie sowie die Kinder-Intensivstation und damit die wichtigsten Funktionsbereiche des Perinatalzentrums. Im zweiten Obergeschoss, dem Promenadengeschoss mit den beiden Haupteingängen, sind die Ambulatorien und ein Restaurant vorgesehen. Die dritten und vierten Obergeschosse beherbergen die Pflegeabteilungen, jeweils für das Kinderspital und die Frauenklinik.

Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau
Der Neubau ermöglicht eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Kindermedizin (Pädiatrie und Kinderchirurgie) sowie Geburtshilfe und Gynäkologie auf höchstem Niveau im ambulanten und stationären Bereich. Dadurch wird die optimale Versorgung der Kinder und Jugendlichen sowie der Frauen aus der Region langfristig sichergestellt.

Eine besondere Stärke des Neubauprojekts ist die künftige Nähe von Kinderspital und Frauenklinik. Das heutige Perinatalzentrum des LUKS ist eines von neun Perinatalzentren in der Schweiz. Es gewährleistet die bestmöglich intensivmedizinische Behandlung von Früh- und Neugeborenen sowie die Betreuung werdender Mütter während einer Risikoschwangerschaft oder -geburt und sichert damit die entsprechende hochspezialisierte Versorgung der Zentralschweiz. Die Anforderungen zur Zertifizierung von Perinatalzentren sind in den letzten Jahren gestiegen. So ist die räumliche Anbindung der einbezogenen Bereiche künftig Voraussetzung für eine solche Anerkennung. Aktuell sind am LUKS die Geburtshilfe und die Neonatologie in der Frauenklinik und die Neugeborenen-Intensivstation im Kinderspital angesiedelt und damit räumlich voneinander getrennt.

Keine belastende Sanierung der Frauenklinik bei laufendem Betrieb
Das Gebäude, in der sich heute die Frauenklinik befindet, wird bei Fertigstellung des Neubaus Kinderspital/Frauenklinik rund 25-jährig sein, womit eine erste Sanierung anstehen wird. Dank der Verlegung der Frauenklinik in den Neubau muss diese nicht bei laufendem Betrieb erfolgen. Die Infrastruktur des bestehenden Gebäudes, wie die Ambulatorien oder die Bettenstationen, kann das LUKS nach der Sanierung optimal weiternutzen und so der Raumknappheit auf dem Spitalareal entgegenwirken. Das heutige Kinderspital und Besucherparkhaus werden nach dem Bezug abgebrochen und schaffen so Platz für den nächsten Entwicklungsschritt auf dem Areal.

Erste Arbeiten bereits gestartet
Im Februar 2020 erfolgten Baueingaben für Vorbereitungsarbeiten sowie den Aushub. Anfang Juni starteten mit der Drehung des Pavillons beim Kinderspital die ersten Arbeiten. Gegen Ende Jahr ist auf dem Areal des künftigen Neubaus der Rückbau von fünf bestehenden Hochbauten geplant. Nach realisierter Bauplatzinstallation mit Einrichtung der Zufahrt via Spitalstrasse und Wegfahrt via Friedentalstrasse erfolgt der Aushub.
Parallel dazu wird die Planung des zweigeschossigen unterirdischen Besucherparkhauses vorangetrieben, dessen Bau Mitte 2021 beginnen und bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll. Die Baueingabe für das Kernstück des neuen Gebäudekomplexes mit Kinderspital und Frauenklinik soll Mitte 2022 erfolgen, die Fertigstellung des Baus ist auf Ende 2025, die Inbetriebnahme auf Anfang 2026 vorgesehen. (pd)

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